Sonntag, 28. August 2016

Tag 1 – über den Wolken, da muss das Filmangebot grenzenlos sein...

In den letzten Tagen vor unserer Abreise wurde ich oft gefragt, warum wir denn eigentlich nach Bali wollten... gute Frage. Ich habe während der wachen Minuten im Flugzeug darüber mal kurz nachgesonnen. Alsooo, um ehrlich zu sein wähle ich ja die Reiseziele aus und habe das Glück, dass Benni da zufällig auch immer hin will bzw. ist es ihm eigentlich … schnurz ist kann man nicht sagen... aber er findet meine Vorschläge immer recht interessant und so geht es zu meiner Freude immer dahin, wo ich hin will ;). Nach Costa Rica wollte ich eigentlich vorwiegend, weil ich in den Monaten davor eine Dokumentation über Faultiere gesehen hatte und da ich mich den possierlichen Tierchen sehr verbunden fühle (ja warum denn wohl?^^), hab ich mir gedacht, dass ich da unbedingt mal hin muss, um diese gemütlichen Gesellen mal persönlich gesehen zu haben. Ein weiterer Punkt war hierbei, dass meine Großeltern schon einmal dort gewesen waren und mich mit entsprechenden Bildern und Videos neugierig gemacht haben. In Indonesien war bisher noch niemand aus meiner Verwandtschaft, aaaaaber auch dort gibt es Tierchen, die auf meiner „muss-ich-mal-vom-Nahem-gesehen-haben“-Liste stehen: Makis oder auch Plumploris. Das sind die süßen fluffigen Pelzkugeln, deren Augen immer so groß werden- wie halt bei jemandem, der seine Werkstattrechnung erhalten hat ;). Also war für mich klar: Im nächsten Urlaub im „weeeiiit weeiiiit weeeg“ geht’s Makis schubsen und knuddeln. Wer dazu noch Fragen hat, bitte, zögert nicht und schreibt an Frau Puppendoktor... nein war ein Spaß, gern an mich ;)

Sooo nun geht’s aber langsam mal los: Nachdem meine nervenstarke Familie am Sonntag wieder einmal eine meiner verspäteten – aufgrund von Zeitmangel in den letzten Wochen, weil Jule sich mal wieder mehr vorgenommen hatte als sinnvoll und gesund war – Packtiraden ertrage hatte und nun alles in einem großen und einem kleinen Rucksack verstaut war, gabs noch was Gutes zu essen (vom Grill) und dann gings auch schon wieder los. Auf Schleichwegen, da wir vermuteten, dass der geneigte Ostseeurlauber an diesem Sonntag aufgrund des schönen Wetters sich auch wieder in die heimatlichen Gefilde aufmachen würde, fuhren wir zum Tegeler Flughafen. Dort drehte Papa Teubner eine Extrarunde, um uns direkt vor dem Terminal absetzen zu können – was gar nicht so einfach war und eher einer Aufgabe von „Mein Mann kann“ ähnelte, da er sich wie Mr Weasley es einst tat, mit dem Auto durch scheinbar viel zu enge Gänge zwischen anderen parkenden Autos schlängeln musste. Nach einem Abschiedsbild und einer kurzen Diskussion mit einem Parkwächter, der glücklicher Besitzer der berliner Höflichkeit zu sein schien, bekamen wir noch zwei niedliche Abschiedsgeschenke: Schlüsselanhänger, die leuchteten und Geräusche machten, wenn man auf einen entsprechenden Knopf drückte. Benni bekam eine Kuh und ich ein Kätzchen. Prinzipiell war das eine süße Idee, vor allem, wenn man diese am Schlüsselbund trug und versuchte eine Tür im Dunkeln aufzuschließen. Leider kam Benni schnell auf den Trichter jedes Kommentar von mir, was er als Nörgelei (ich nörgel nicht, ich stelle nur fest!^^) oder sinnlose Kritik (und auch hierbei ist viel Spaß im Spiel :P) auffasste, mit einem Knopfdruck auf die Kuh zu begleiten, wobei er mir das kleine Tier aus Plastik dicht ans Gesicht hielt, sodass ich in die leuchtenden Äuglein des Anhängers blicken konnte :). Plötzlich standen wir also in den hektischen Hallen des Tegeler Flughafens und wussten gar nicht wohin mit unserer neu gewonnen Freizeit. Erstmal gucken!

Da wir aber auf der Anzeigetafel gar nicht drauf standen, gingen wir eine begeistert dreinschauende Informationsschalterangestellte (klingt ein bisschen wie „verkehrsbegleitendes Mehrbereichsgrün“ :D) fragen wo denn der airberlin- Check in zu finden sei, natürlich nur, damit wir schon einmal Bescheid wüssten. Sie zeigte in die von mir vermutete Richtung (klar, warum sollten die auch ständig innerhalb des Flughafens umziehen) und wir gingen mal gucken. Als wir dort angekommen waren und geguckt hatten, dachten wir uns: Ja, wenn wir schonmal da sind, dann können wir doch gleich einchecken. So reihten wir uns in die Schlange der Menschen ein, die mit uns nach Abu Dhabi (Zwischenhalt) fliegen sollten. Begleitet wurde unser Warten von dem Schwitzen entnervter Ehemänner, die versuchten die galanten rosafarbenen Hartschalenkoffer ihrer Gattin mit einem scheinbar erheblichen Gewicht (also eher der Koffer und nicht die Gattin, die war meist recht schlank) hinter sich herzuschleifen oder wahlweise auch zu schieben, dabei brummelten sie u.a. „Was hat die denn nun schon wieder eingepackt, das braucht keen Mensch, wirste seehn. Davon zieht die doch nich mal die Hälfte an, kannste globn!“. Ein weiterer akustischer Genuss war das Heulen eines kleinen Mädchen mit Schnuller, die sich an ihren „Frozen“-Koffer klammerte und ihn einfach nicht aufgeben wollte. Die Eltern versuchten ihr klar zu machen, dass die nette Dame am Schalter den Koffer nicht für ihre persönliche „Disney-Koffer-Sammlung“ haben wollte, sondern dafür, dass er mit in den Urlaub fliegen konnte. Aber so richtig schien die Kleine der nett lächelnden Dame hinterm Schalter nicht zu glauben, denn sie legte jetzt erst richtig los, nur noch eine Oktave höher. Dann waren wir an der Reihe. Wir bekamen eine nette Auszubildende, die einen Herrn an ihrer Seite hatte, der ihr ständig Fragen stellte wie: „Und was machen wir da jetzt?“ oder „Was sollten Sie die Herrschaften jetzt fragen?“. Ab und an erlaubte er sich auch Scherze mit der jungen, netten und leicht nervösen Frau, indem er auf ihre Anfrage, ob man die Eingabe auch rückgängig machen konnte, antwortete „Nee, jetzt isses kaputt. Jetzt müssen wir wieder von vorn anfangen.“ Auch wenn es etwas dauerte: Wir bekamen unsere Boardkarten und sogar auf irgendeinem Flug einen Fensterplatz. Juchee! Dann kam übers Handy die Info von der Familie, dass wir mit der Fahrt Glück gehabt hätten, da auf der Rücktour die entsprechende Fahrspur wohl voll gesperrt war mit Feuerwehr und allem drum und dran. Uff, na dann mal ab zur Gepäckkontrolle. 

Ein netter Herr sah sich unsere Karten an und fragte uns, ob wir alles rausgepackt hatten... wobei ich mir nicht 100%ig sicher war, aber dachte: Joah werden wir ja sehn... und wie wir das sahen. Also mehr ich, denn ich durfte gleich zum Bodycheck mit dem lustigen surrenden Gerät, wobei auch meine Schuhe untersucht wurden, aber eben nix gefunden wurde. Als ich mich schon in Sicherheit wähnte und meine Sachen bei mir hatte, winkte mich eine lächelnde, untersetze Frau mit kurzen Haaren und Brille zu sich: Na toll- was wird das denn? Wie sich herausstellte war ich glückliche Gewinnern einer zufälligen Sprengstoffkontrollenstichprobe, wunderbaaaar! Ich sollte mir aufhören auf die Stirn zu schreiben, dass ich gerne mit Essig und Backpulver experimentiere, weils halt so lustig schäumt und wenn man den Deckel aufs Gefäß drückt, irgendwann auch lustig „Pufff“ macht. Erst machte Benni ein besorgtes Gesicht, nach meinem Bericht aber begann er zu grinsen und hielt mir wieder den kleinen Kuh-Anhänger vors Gesicht. Da hier im Warteraum nicht viel los war- aus Bennis Gesichtsausdruck konnte ich lesen, dass er dachte wir könnten wohl noch shoppen gehen- entschieden wir uns dafür einen Platz zu suchen, den wir auf der „Empore“ -wie ich es nennen würde- fanden. Als mir klar wurde wieviel Zeit wir noch hatten, begann ich zu überlegen was man mit dieser noch anfangen könnte: Hmmm na wie wärs denn, wenn ich mich an der Schlange vor der Damentoilette anstelle, das macht doch immer so viel Freude. Gesagt, getan. Ich ließ Benni beim Getränkeautomaten zurück, der die Automatisierungstechnik und natürlich auch den Inhalt interessiert bestaunte. Die Schlange war noch unterhaltsamer als gedacht. Da wir direkt zwischen den Sitzen, einem Kühlschrank mit Getränken und dem Brezelstand positioniert waren, war es ein bisschen wie bei „1,2 oder 3“, wenn einer von der Toilette oder zum Backwarenstand wollte. Anspruchsvoll wurde es dann, wenn jemand direkt nach der Toilette an den Getränke-Kühlschrank wollte und gleichzeitig einem die Dame hinter einem mit ihrem Köfferchen in die Hacken fuhr, um sich dabei zu beschweren, dass das hier alles so eng sei. Ach was! Ja ich fand ja auch, dass die Person, die eine einzige Damentoilette bei weit über 100 wartenden Fluggästen in Auftrag gibt, ein übertalentierte Volldepp war, aber ich empfand die Situation auch als ein wenig alternativlos. Nach meiner Rückkehr sprach Benni mit einem jungen Mädel,was wohl auch nach Jakarta wollte und daraufhin wurden wir auch schnell aufgerufen.
Aufgeregt gings mit GoPro-Begleitung ins Flugzeug, in dem wir nett begrüßt wurden, ein ahoi-Brausebonbon und die Platzzuweisung erhielten. Unser Platz befand sich diesmal noch nicht am Fenster, aber wir einigten uns mit einer Asiatin, die auf unserem Platz saß, dass wir die beiden Außenplätze nehmen würden und richteten uns häuslich ein. Es dauerte eine Weile mit dem Starten, aber bald waren wir in der Luft und durften Zeuge des recht umfangreichen Filmangebots werden. Den ersten bekam ich auch noch mit, zumal es dazu Abendessen gab (für mich Pasta mit Pesto und Benni nahm die sichere Bank - „Chiiickeeen“). Allerdings wollte man mir sehr schnell wieder mein Tablett entwenden, was bei meinen Essgewohnheiten (die meisten dürften sie kennen ^^) zu einer grummeligen Jule führt, die sich schützend auf ihr Tablett wirft. Was soll denn die Frage: „Wollen Sie das noch behalten?“ Ich hab doch grad erst angefangen. Der zweiten Film (Teil 1 zu Teil 2 von My big fat greek Wedding) wurde allerdings zum Hörbuch, da der übliche Ferienlagerschlafmangeln gnadenlos zuschlug und so auch alle angefangenen Vorhaben (wie das Indonesisch-Wörterbuch) auf den Boden unter meinen Sitz rutschten.

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