Tag 1 – über den
Wolken, da muss das Filmangebot grenzenlos sein...
In den letzten Tagen vor
unserer Abreise wurde ich oft gefragt, warum wir denn eigentlich nach
Bali wollten... gute Frage. Ich habe während der wachen Minuten im
Flugzeug darüber mal kurz nachgesonnen. Alsooo, um ehrlich zu sein
wähle ich ja die Reiseziele aus und habe das Glück, dass Benni da
zufällig auch immer hin will bzw. ist es ihm eigentlich … schnurz
ist kann man nicht sagen... aber er findet meine Vorschläge immer
recht interessant und so geht es zu meiner Freude immer dahin, wo ich
hin will ;). Nach Costa Rica wollte ich eigentlich vorwiegend, weil
ich in den Monaten davor eine Dokumentation über Faultiere gesehen
hatte und da ich mich den possierlichen Tierchen sehr verbunden fühle
(ja warum denn wohl?^^), hab ich mir gedacht, dass ich da unbedingt
mal hin muss, um diese gemütlichen Gesellen mal persönlich gesehen
zu haben. Ein weiterer Punkt war hierbei, dass meine Großeltern
schon einmal dort gewesen waren und mich mit entsprechenden Bildern
und Videos neugierig gemacht haben. In Indonesien war bisher noch
niemand aus meiner Verwandtschaft, aaaaaber auch dort gibt es
Tierchen, die auf meiner „muss-ich-mal-vom-Nahem-gesehen-haben“-Liste
stehen: Makis oder auch Plumploris. Das sind die süßen fluffigen
Pelzkugeln, deren Augen immer so groß werden- wie halt bei jemandem,
der seine Werkstattrechnung erhalten hat ;). Also war für mich klar:
Im nächsten Urlaub im „weeeiiit weeiiiit weeeg“ geht’s Makis
schubsen und knuddeln. Wer dazu noch Fragen hat, bitte, zögert nicht
und schreibt an Frau Puppendoktor... nein war ein Spaß, gern an mich
;)
Sooo nun geht’s aber
langsam mal los: Nachdem meine nervenstarke Familie am Sonntag wieder
einmal eine meiner verspäteten – aufgrund von Zeitmangel in den
letzten Wochen, weil Jule sich mal wieder mehr vorgenommen hatte als
sinnvoll und gesund war – Packtiraden ertrage hatte und nun alles
in einem großen und einem kleinen Rucksack verstaut war, gabs noch
was Gutes zu essen (vom Grill) und dann gings auch schon wieder los.
Auf Schleichwegen, da wir vermuteten, dass der geneigte
Ostseeurlauber an diesem Sonntag aufgrund des schönen Wetters sich
auch wieder in die heimatlichen Gefilde aufmachen würde, fuhren wir
zum Tegeler Flughafen. Dort drehte Papa Teubner eine Extrarunde, um
uns direkt vor dem Terminal absetzen zu können – was gar nicht so
einfach war und eher einer Aufgabe von „Mein Mann kann“ ähnelte,
da er sich wie Mr Weasley es einst tat, mit dem Auto durch scheinbar
viel zu enge Gänge zwischen anderen parkenden Autos schlängeln
musste. Nach einem Abschiedsbild und einer kurzen Diskussion mit
einem Parkwächter, der glücklicher Besitzer der berliner
Höflichkeit zu sein schien, bekamen wir noch zwei niedliche
Abschiedsgeschenke: Schlüsselanhänger, die leuchteten und Geräusche
machten, wenn man auf einen entsprechenden Knopf drückte. Benni
bekam eine Kuh und ich ein Kätzchen. Prinzipiell war das eine süße
Idee, vor allem, wenn man diese am Schlüsselbund trug und versuchte
eine Tür im Dunkeln aufzuschließen. Leider kam Benni schnell auf
den Trichter jedes Kommentar von mir, was er als Nörgelei (ich
nörgel nicht, ich stelle nur fest!^^) oder sinnlose Kritik (und auch
hierbei ist viel Spaß im Spiel :P) auffasste, mit einem Knopfdruck
auf die Kuh zu begleiten, wobei er mir das kleine Tier aus Plastik
dicht ans Gesicht hielt, sodass ich in die leuchtenden Äuglein des
Anhängers blicken konnte :). Plötzlich standen wir also in den
hektischen Hallen des Tegeler Flughafens und wussten gar nicht wohin
mit unserer neu gewonnen Freizeit. Erstmal gucken!
Da wir aber auf
der Anzeigetafel gar nicht drauf standen, gingen wir eine begeistert
dreinschauende Informationsschalterangestellte (klingt ein bisschen
wie „verkehrsbegleitendes Mehrbereichsgrün“ :D) fragen wo denn
der airberlin- Check in zu finden sei, natürlich nur, damit wir
schon einmal Bescheid wüssten. Sie zeigte in die von mir vermutete
Richtung (klar, warum sollten die auch ständig innerhalb des
Flughafens umziehen) und wir gingen mal gucken. Als wir dort
angekommen waren und geguckt hatten, dachten wir uns: Ja, wenn wir
schonmal da sind, dann können wir doch gleich einchecken. So reihten
wir uns in die Schlange der Menschen ein, die mit uns nach Abu Dhabi
(Zwischenhalt) fliegen sollten. Begleitet wurde unser Warten von dem
Schwitzen entnervter Ehemänner, die versuchten die galanten
rosafarbenen Hartschalenkoffer ihrer Gattin mit einem scheinbar
erheblichen Gewicht (also eher der Koffer und nicht die Gattin, die
war meist recht schlank) hinter sich herzuschleifen oder wahlweise
auch zu schieben, dabei brummelten sie u.a. „Was hat die denn nun
schon wieder eingepackt, das braucht keen Mensch, wirste seehn. Davon
zieht die doch nich mal die Hälfte an, kannste globn!“. Ein
weiterer akustischer Genuss war das Heulen eines kleinen Mädchen mit
Schnuller, die sich an ihren „Frozen“-Koffer klammerte und ihn
einfach nicht aufgeben wollte. Die Eltern versuchten ihr klar zu
machen, dass die nette Dame am Schalter den Koffer nicht für ihre
persönliche „Disney-Koffer-Sammlung“ haben wollte, sondern
dafür, dass er mit in den Urlaub fliegen konnte. Aber so richtig
schien die Kleine der nett lächelnden Dame hinterm Schalter nicht zu
glauben, denn sie legte jetzt erst richtig los, nur noch eine Oktave
höher. Dann waren wir an der Reihe. Wir bekamen eine nette
Auszubildende, die einen Herrn an ihrer Seite hatte, der ihr ständig
Fragen stellte wie: „Und was machen wir da jetzt?“ oder „Was
sollten Sie die Herrschaften jetzt fragen?“. Ab und an erlaubte er
sich auch Scherze mit der jungen, netten und leicht nervösen Frau,
indem er auf ihre Anfrage, ob man die Eingabe auch rückgängig
machen konnte, antwortete „Nee, jetzt isses kaputt. Jetzt müssen
wir wieder von vorn anfangen.“ Auch wenn es etwas dauerte: Wir
bekamen unsere Boardkarten und sogar auf irgendeinem Flug einen
Fensterplatz. Juchee! Dann kam übers Handy die Info von der Familie,
dass wir mit der Fahrt Glück gehabt hätten, da auf der Rücktour
die entsprechende Fahrspur wohl voll gesperrt war mit Feuerwehr und
allem drum und dran. Uff, na dann mal ab zur Gepäckkontrolle.
Ein
netter Herr sah sich unsere Karten an und fragte uns, ob wir alles
rausgepackt hatten... wobei ich mir nicht 100%ig sicher war, aber
dachte: Joah werden wir ja sehn... und wie wir das sahen. Also mehr
ich, denn ich durfte gleich zum Bodycheck mit dem lustigen surrenden
Gerät, wobei auch meine Schuhe untersucht wurden, aber eben nix
gefunden wurde. Als ich mich schon in Sicherheit wähnte und meine
Sachen bei mir hatte, winkte mich eine lächelnde, untersetze Frau
mit kurzen Haaren und Brille zu sich: Na toll- was wird das denn? Wie
sich herausstellte war ich glückliche Gewinnern einer zufälligen
Sprengstoffkontrollenstichprobe, wunderbaaaar! Ich sollte mir
aufhören auf die Stirn zu schreiben, dass ich gerne mit Essig und
Backpulver experimentiere, weils halt so lustig schäumt und wenn man
den Deckel aufs Gefäß drückt, irgendwann auch lustig „Pufff“
macht. Erst machte Benni ein besorgtes Gesicht, nach meinem Bericht
aber begann er zu grinsen und hielt mir wieder den kleinen
Kuh-Anhänger vors Gesicht. Da hier im Warteraum nicht viel los war-
aus Bennis Gesichtsausdruck konnte ich lesen, dass er dachte wir
könnten wohl noch shoppen gehen- entschieden wir uns dafür einen
Platz zu suchen, den wir auf der „Empore“ -wie ich es nennen
würde- fanden. Als mir klar wurde wieviel Zeit wir noch hatten,
begann ich zu überlegen was man mit dieser noch anfangen könnte:
Hmmm na wie wärs denn, wenn ich mich an der Schlange vor der
Damentoilette anstelle, das macht doch immer so viel Freude. Gesagt,
getan. Ich ließ Benni beim Getränkeautomaten zurück, der die
Automatisierungstechnik und natürlich auch den Inhalt interessiert
bestaunte. Die Schlange war noch unterhaltsamer als gedacht. Da wir
direkt zwischen den Sitzen, einem Kühlschrank mit Getränken und dem
Brezelstand positioniert waren, war es ein bisschen wie bei „1,2
oder 3“, wenn einer von der Toilette oder zum Backwarenstand
wollte. Anspruchsvoll wurde es dann, wenn jemand direkt nach der
Toilette an den Getränke-Kühlschrank wollte und gleichzeitig einem
die Dame hinter einem mit ihrem Köfferchen in die Hacken fuhr, um
sich dabei zu beschweren, dass das hier alles so eng sei. Ach was! Ja
ich fand ja auch, dass die Person, die eine einzige Damentoilette bei
weit über 100 wartenden Fluggästen in Auftrag gibt, ein
übertalentierte Volldepp war, aber ich empfand die Situation auch
als ein wenig alternativlos. Nach meiner Rückkehr sprach Benni mit
einem jungen Mädel,was wohl auch nach Jakarta wollte und daraufhin
wurden wir auch schnell aufgerufen.
Aufgeregt gings mit
GoPro-Begleitung ins Flugzeug, in dem wir nett begrüßt wurden, ein
ahoi-Brausebonbon und die Platzzuweisung erhielten. Unser Platz
befand sich diesmal noch nicht am Fenster, aber wir einigten uns mit
einer Asiatin, die auf unserem Platz saß, dass wir die beiden
Außenplätze nehmen würden und richteten uns häuslich ein. Es
dauerte eine Weile mit dem Starten, aber bald waren wir in der Luft
und durften Zeuge des recht umfangreichen Filmangebots werden. Den
ersten bekam ich auch noch mit, zumal es dazu Abendessen gab (für
mich Pasta mit Pesto und Benni nahm die sichere Bank -
„Chiiickeeen“). Allerdings wollte man mir sehr schnell wieder
mein Tablett entwenden, was bei meinen Essgewohnheiten (die meisten
dürften sie kennen ^^) zu einer grummeligen Jule führt, die sich
schützend auf ihr Tablett wirft. Was soll denn die Frage: „Wollen
Sie das noch behalten?“ Ich hab doch grad erst angefangen. Der
zweiten Film (Teil 1 zu Teil 2 von My big fat greek Wedding) wurde
allerdings zum Hörbuch, da der übliche Ferienlagerschlafmangeln
gnadenlos zuschlug und so auch alle angefangenen Vorhaben (wie das
Indonesisch-Wörterbuch) auf den Boden unter meinen Sitz rutschten.
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