Tag 2 – uuuuund es geht
schon wieder los!
Nach ein paar Stunden
Schlaf in einer eher unbequemen Sitzposition, betraten wir weniger
frisch und auch nicht sehr munter, aber gespannt den internationalen
Flughafen von Abu Dhabi.
Dieser war voller Menschen in traditionellen
Gewändern und voll mit interessanten teuren Artikeln wie Parfum (mir
wurde ein Probestreifen eines neuen Parfums zugesteckt, was aussah
wie ein Damenschuh... jetzt riecht meine ganze Tasche danach) oder
auch Uhren. Wir versuchten den Ort zu finden, an dem meine Großeltern
hier gefilmt hatten, musste aber feststellen, dass dies wohl
außerhalb des Check-In-Bereichs lag.- schade.
Gut dafür ein Foto in
der Halle mit der großen Säule und danach auf einem bequemen Sofa
ausstrecken, was auch schon einigen anderen in den Sinn gekommen war.

Wir teilten uns die Wachphasen, wobei wach bleiben dabei eine
Herausforderung darstellte. Als Benni feststellen musste, dass die
Toiletten nicht annähernd so prollig waren wie er es erwartet hätte,
kam er zurück und wollte nun seine Schlafphase einnehmen. Dazu
musste ich wach werden. Das erste, was ich allerdings sah, waren die
großen braunen Augen eines kleinen Jungen, der uns gegenüber saß
und uns leicht apathisch anstarrte, als hätten wir ihm seine
Süßigkeiten weggenommen. Auch Zurückstarren brachte nicht viel und
so beschäftigte ich mich damit, die Handysucht mancher Menschen zu
beobachten, die wie am Tropf an ihrem Handykabel an entsprechenden
Stecker-Türmen hingen. Drei Angestellte saßen ebenso gelangweilt an
ihren Handys, als jedoch der eine einen Anruf bekam, sprang er wie
von der Tarantel gestochen auf und stellte sich hinter den Schalter.
Das war das Zeichen für mich meinen komatös schlafenden Freund zu
wecken, um mich mit ihm – auch wenn er noch kurzzeitig
orientierungslos wirkte- anzustellen. Dann durften wir kurz gegen die
Hitzewand Abu Dhabis rennen, da wir mit einem Bus zum Flugzeug
gefahren wurden. Es war wirklich sch***-warm, während wir die Treppe
zu einem Flugzeug hochstiegen, was allerdings nicht mehr von
airberlin zu sein schien, sondern von Etihad. Egal, die Stewardessen
lächelten und begrüßten uns nett und neben ihren hübschen
Uniformen (Hauptfarben waren orange, grün, lila und beige) mit dazu
passendem lilafarbenen Lippenstift entdeckten wir auch niedliche
Kissen und hübsche türkisfarbene Decken. Na da wird wohl nachher
aus Versehen eine in meinen Rucksack fallen ;). Diesmal hatten wir
aber wirklich einen Fensterplatz, naja Benni hatte einen, aber da er
der Herr über die GoPro war, war das schon in Ordnung.

Da wir
relativ weit hinten saßen, waren wir soviel schnell an den
Waschräumen als auch mit die ersten, an denen der Speise- bzw.
Getränkewagen vorbeifuhr, was sich beides als außerordentlich
vorteilhaft erwies ;). Das Flugzeug war sogar mit aller Arten von
Steckern ausgestattet und die netten Damen in der bunten
Arbeitsuniform waren schnell dabei einen mit Getränken zu versorgen
und nebenher auch mit Salz-Crackern, was zu einem ungewollten
Konflikt führte. Ich teile zwar gern, aber wenn ich Hunger bekomme,
dann kann es passieren, dass mir Benni die Hand mit seinen Crackern
hinhält, er eine halbe Minute nicht hinsieht und große Augen
bekommt, wenn er bemerkt, dass ich ihm aus Versehen nur noch einen
Anstandskeks übrig gelassen habe.

Tjaaaa so schnell kanns gehen,
sein verwunderter Blick war jedoch irgendwie auch lustig. Zum Glück
kam nach einem kurzen Nickerchen bald das Abendbrot mit jeweils
zusätzlichen Mini-Wasserflaschen. Diesmal hatten wir getauscht,
sodass ich das Hühnchen bestellte und Benni die Pasta. Da ich erst
mit dem Brot, den Tuc-Keksen sowie Butter und Schmelzkäse
beschäftigt war, dezimierte Benni schon ein ordentliches Stück
seiner Pasta. Als ich dann einen Löffel Reis und Gemüse von meiner
Portion probierte, schoss mir innerhalb weniger Sekunden der Rauch
aus den Ohren und während ich japste und hustete und prustete,
konnte sich Benni nicht mehr einkriegen. Kurzerhand tauschte ich
unsere Gerichte, sollte er doch schwitzen, wenn er sich über mich
lustig macht :P. Dass nicht mehr viel von der Pasta übrig war,
störte mich nicht. Menno, auf der Menükarte, die vornehmerweise
diesmal ein Drei-Gänge-Menü auswies (es kam alles wie bei anderen
Fluggesellschaften auch auf einem Tablett), klang das so gut. Die
Pasta war auch lecker und der Nachtisch erst. Bei Alice im Wunderland
2 fielen mir dann langsam die Augen zu.

Nach einem weiteren
Schläfchen begann ich mir nochmal den Lonely Planet durchzulesen,
mir Musik auf den MP3-Player zu spielen und in das
Indonesisch-Wörterbuch zu gucken. Währenddessen schlief Benni erst
während Money Monster und dann noch einmal bei Alice im Wunderland 2
ein. In der Zeit schaffte es auch irgendwer das Waschbecken in dem
einen Bad zu fluten, während im anderen (mit dem tollen Ausblick
durch das kleine Fenster auf blauen Himmel und Wolken) durch die ab
und zu stattfindenden Turbulenzen ein kleines Schwimmbad entstanden
war. Zum Abendbrot gab es Sandwiches und die berühmte Frage „Käse
oder Schinken?“ Gut statt Schinken gab es diesmal Hühnchen. Einmal
dürft ihr raten wer das Hühnchen wollte ;). Dazu gab es Mango-Saft
und eine nette Unterhaltung mit einer Stewardess, die meinte, dass
wir unbedingt die Mangos und Fruchtsäfte in Indonesien probieren
müsste, sie würde bei ihren Flügen deswegen dort einen Tag länger
bleiben. Da das auch mitunter einer der Gründe für dieses
Urlaubsziel war, wird wohl kaum eine Mango an uns ungegessen
vorbeikommen. Nach einer erstaunlich sanften Landung, bei der wir uns
fragten, warum eigentlich keiner mehr klatschte aus Freude wieder
heil auf dem Boden gelandet zu sein, gings zur Einreisehalle, in der
die indonesischen Beamten hinter ihren Schaltern erstaunlich klein
wirkten, was Benni mit dem Kommentar versah, dass diese nicht auf
Stühlen sitzen, sondern stehen würden, haaahahahaaa :P. Wir durften
diesmal ohne Sprengstoffprobe passieren und folgten zwei europäisch
aussehenden Menschen zum Gepäckband. Dort passte ich auf unsere
kleinen Rucksäcke auf, während Benni sich auf die Jagd nach unseren
großen Rucksäcken machte und dabei was von einem geteilten Taxi
murmelte. Als ich von unseren Rucksäcken wieder hochsah, stand er
schon bei einem jungen Herrn mit Brille und redete mit diesem am
Gepäckband-wie macht er das immer? Somit hatten wir unsere
Taxi-Partner Felix aus Berlin und Camilla aus Brasilien gefunden, die
es beeindruckenderweise schafften sich einen gemeinsamen großen
Rucksack zu teilen-Respekt! Wir hatten es zwar diesmal auf nur 12 kg
geschafft (gut ich hatte 12,9 kg, aaaaaber das ist schon ein großer
Erfolg und da ich das gemeinsame Duschbad von 400ml und das
gemeinsame Shampoo und Spülung -guuut die is nur für mich- von je
200ml mit verwaltete, waren das auch schon die überzähligen
Gramm-muhahahahaaaaa!) und uns darüber schon diebisch gefreut.
Zunächst ging es ans Geld wechseln und umtauschen, wobei wir
feststellten, dass die Indonesier ehrlich waren, da Benni einen 20er
übersah und der Herr am Tauschschalter ihn berichtigte. Felix war
beeindruckt wie gut wir vorbereitet waren als Benni ihm erklärte,
man solle nur die Blue Bird Taxis nehmen und auch nur die mit einem
Taxifahrer in Uniform. Den fanden wir dann auch und passten auch alle
hinein.


Auf der Fahrt unterhielten Felix und ich uns über den Campus
Griebnitzsee in Potsdam, da er da auch mal für Seminare war. Das
muss man sich mal vorstellen, in einem Taxi in der Hauptstadt Javas
unterhalte ich mich mit einem Berliner über einen Potsdamer
Universitätsstandort. Er machte ein Sabbatjahr und war u.a. auch
zusammen mit Camilla in Brasilien, zweimal in Australien und noch
sonstewo gewesen. Da kommt man sich glatt langweilig vor. Sie waren
auch begeistert davon, dass Benni sich eine Währungstabelle
vorbeireitet hatte und fotografierten diese ab. Nachdem wir die
beiden vor ihrem Hotel abgesetzt hatten und beidseitig die Hoffnung
geäußert hatten sich vielleicht nochmal wiederzusehen, gings für
uns weiter zu unserem Hotel. Dieses sollte laut Taxifahrer etwas
kleiner sein und wir brauchten ein paar Minuten um den genauen
Standort zu finden. Auf der Fahrt rauschten viele Lichter von
Rollern, Taxis, TucTucs und Autos an uns vorbei. Zwischen vielen
kleinen Straßenläden und Menschen lagen aber auch leider schon in
der Dunkelheit sichtbare Müllberge herum. Unser kleines Hotel war am
Ende einer Sackgasse zwar etwas gruselig gelegen, aber dafür war es
sauber und hübsch im Colonialstil gehalten. Der Chef hinter der
Rezeption war sehr freundlich und sprach ein gutes Englisch.
Überhaupt waren die Leute hier von Anfang an sehr aufgeschlossen und
nett. Im Lonely Planet gab es diese Beschreibung auch schon, jedoch
bekam man beim Lesen den Eindruck, dass die Indonesier in ihrem
Verhalten den kleinen Hamstern aus Ice Age 4 ähnelten. Wir bezogen
ein hübsches, sauberes Zimmer mit Klimaanlage und einem eigenen Bad
mit Glastrennwand. Sehr hübsch, jedoch auch unpraktisch, da
einerseits hinter dieser Glaswand direkt an der Dusche die Toilette
angrenzte und man beim Duschen später – egal wieviel Mühe man
sich beim Duschen gab-alles nass machte. Egal, ziemlich geschafft
sanken wir ins Bett, Benni vorweg mit dem Gesicht vornüber, ins
Kissen murmelnd: „Ich hab dich sooo vermisst!“ ;P
P.S.: Das war Bennis schönste Grimasse von vielen an diesem Abend, da hab ich die schlimmsten schon raussortiert ;)
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