Montag, 29. August 2016

Tag 2 – uuuuund es geht schon wieder los!

Nach ein paar Stunden Schlaf in einer eher unbequemen Sitzposition, betraten wir weniger frisch und auch nicht sehr munter, aber gespannt den internationalen Flughafen von Abu Dhabi.
Dieser war voller Menschen in traditionellen Gewändern und voll mit interessanten teuren Artikeln wie Parfum (mir wurde ein Probestreifen eines neuen Parfums zugesteckt, was aussah wie ein Damenschuh... jetzt riecht meine ganze Tasche danach) oder auch Uhren. Wir versuchten den Ort zu finden, an dem meine Großeltern hier gefilmt hatten, musste aber feststellen, dass dies wohl außerhalb des Check-In-Bereichs lag.- schade.
Gut dafür ein Foto in der Halle mit der großen Säule und danach auf einem bequemen Sofa ausstrecken, was auch schon einigen anderen in den Sinn gekommen war.

Wir teilten uns die Wachphasen, wobei wach bleiben dabei eine Herausforderung darstellte. Als Benni feststellen musste, dass die Toiletten nicht annähernd so prollig waren wie er es erwartet hätte, kam er zurück und wollte nun seine Schlafphase einnehmen. Dazu musste ich wach werden. Das erste, was ich allerdings sah, waren die großen braunen Augen eines kleinen Jungen, der uns gegenüber saß und uns leicht apathisch anstarrte, als hätten wir ihm seine Süßigkeiten weggenommen. Auch Zurückstarren brachte nicht viel und so beschäftigte ich mich damit, die Handysucht mancher Menschen zu beobachten, die wie am Tropf an ihrem Handykabel an entsprechenden Stecker-Türmen hingen. Drei Angestellte saßen ebenso gelangweilt an ihren Handys, als jedoch der eine einen Anruf bekam, sprang er wie von der Tarantel gestochen auf und stellte sich hinter den Schalter. Das war das Zeichen für mich meinen komatös schlafenden Freund zu wecken, um mich mit ihm – auch wenn er noch kurzzeitig orientierungslos wirkte- anzustellen. Dann durften wir kurz gegen die Hitzewand Abu Dhabis rennen, da wir mit einem Bus zum Flugzeug gefahren wurden. Es war wirklich sch***-warm, während wir die Treppe zu einem Flugzeug hochstiegen, was allerdings nicht mehr von airberlin zu sein schien, sondern von Etihad. Egal, die Stewardessen lächelten und begrüßten uns nett und neben ihren hübschen Uniformen (Hauptfarben waren orange, grün, lila und beige) mit dazu passendem lilafarbenen Lippenstift entdeckten wir auch niedliche Kissen und hübsche türkisfarbene Decken. Na da wird wohl nachher aus Versehen eine in meinen Rucksack fallen ;). Diesmal hatten wir aber wirklich einen Fensterplatz, naja Benni hatte einen, aber da er der Herr über die GoPro war, war das schon in Ordnung.
Da wir relativ weit hinten saßen, waren wir soviel schnell an den Waschräumen als auch mit die ersten, an denen der Speise- bzw. Getränkewagen vorbeifuhr, was sich beides als außerordentlich vorteilhaft erwies ;). Das Flugzeug war sogar mit aller Arten von Steckern ausgestattet und die netten Damen in der bunten Arbeitsuniform waren schnell dabei einen mit Getränken zu versorgen und nebenher auch mit Salz-Crackern, was zu einem ungewollten Konflikt führte. Ich teile zwar gern, aber wenn ich Hunger bekomme, dann kann es passieren, dass mir Benni die Hand mit seinen Crackern hinhält, er eine halbe Minute nicht hinsieht und große Augen bekommt, wenn er bemerkt, dass ich ihm aus Versehen nur noch einen Anstandskeks übrig gelassen habe.
Tjaaaa so schnell kanns gehen, sein verwunderter Blick war jedoch irgendwie auch lustig. Zum Glück kam nach einem kurzen Nickerchen bald das Abendbrot mit jeweils zusätzlichen Mini-Wasserflaschen. Diesmal hatten wir getauscht, sodass ich das Hühnchen bestellte und Benni die Pasta. Da ich erst mit dem Brot, den Tuc-Keksen sowie Butter und Schmelzkäse beschäftigt war, dezimierte Benni schon ein ordentliches Stück seiner Pasta. Als ich dann einen Löffel Reis und Gemüse von meiner Portion probierte, schoss mir innerhalb weniger Sekunden der Rauch aus den Ohren und während ich japste und hustete und prustete, konnte sich Benni nicht mehr einkriegen. Kurzerhand tauschte ich unsere Gerichte, sollte er doch schwitzen, wenn er sich über mich lustig macht :P. Dass nicht mehr viel von der Pasta übrig war, störte mich nicht. Menno, auf der Menükarte, die vornehmerweise diesmal ein Drei-Gänge-Menü auswies (es kam alles wie bei anderen Fluggesellschaften auch auf einem Tablett), klang das so gut. Die Pasta war auch lecker und der Nachtisch erst. Bei Alice im Wunderland 2 fielen mir dann langsam die Augen zu.
Nach einem weiteren Schläfchen begann ich mir nochmal den Lonely Planet durchzulesen, mir Musik auf den MP3-Player zu spielen und in das Indonesisch-Wörterbuch zu gucken. Währenddessen schlief Benni erst während Money Monster und dann noch einmal bei Alice im Wunderland 2 ein. In der Zeit schaffte es auch irgendwer das Waschbecken in dem einen Bad zu fluten, während im anderen (mit dem tollen Ausblick durch das kleine Fenster auf blauen Himmel und Wolken) durch die ab und zu stattfindenden Turbulenzen ein kleines Schwimmbad entstanden war. Zum Abendbrot gab es Sandwiches und die berühmte Frage „Käse oder Schinken?“ Gut statt Schinken gab es diesmal Hühnchen. Einmal dürft ihr raten wer das Hühnchen wollte ;). Dazu gab es Mango-Saft und eine nette Unterhaltung mit einer Stewardess, die meinte, dass wir unbedingt die Mangos und Fruchtsäfte in Indonesien probieren müsste, sie würde bei ihren Flügen deswegen dort einen Tag länger bleiben. Da das auch mitunter einer der Gründe für dieses Urlaubsziel war, wird wohl kaum eine Mango an uns ungegessen vorbeikommen. Nach einer erstaunlich sanften Landung, bei der wir uns fragten, warum eigentlich keiner mehr klatschte aus Freude wieder heil auf dem Boden gelandet zu sein, gings zur Einreisehalle, in der die indonesischen Beamten hinter ihren Schaltern erstaunlich klein wirkten, was Benni mit dem Kommentar versah, dass diese nicht auf Stühlen sitzen, sondern stehen würden, haaahahahaaa :P. Wir durften diesmal ohne Sprengstoffprobe passieren und folgten zwei europäisch aussehenden Menschen zum Gepäckband. Dort passte ich auf unsere kleinen Rucksäcke auf, während Benni sich auf die Jagd nach unseren großen Rucksäcken machte und dabei was von einem geteilten Taxi murmelte. Als ich von unseren Rucksäcken wieder hochsah, stand er schon bei einem jungen Herrn mit Brille und redete mit diesem am Gepäckband-wie macht er das immer? Somit hatten wir unsere Taxi-Partner Felix aus Berlin und Camilla aus Brasilien gefunden, die es beeindruckenderweise schafften sich einen gemeinsamen großen Rucksack zu teilen-Respekt! Wir hatten es zwar diesmal auf nur 12 kg geschafft (gut ich hatte 12,9 kg, aaaaaber das ist schon ein großer Erfolg und da ich das gemeinsame Duschbad von 400ml und das gemeinsame Shampoo und Spülung -guuut die is nur für mich- von je 200ml mit verwaltete, waren das auch schon die überzähligen Gramm-muhahahahaaaaa!) und uns darüber schon diebisch gefreut. Zunächst ging es ans Geld wechseln und umtauschen, wobei wir feststellten, dass die Indonesier ehrlich waren, da Benni einen 20er übersah und der Herr am Tauschschalter ihn berichtigte. Felix war beeindruckt wie gut wir vorbereitet waren als Benni ihm erklärte, man solle nur die Blue Bird Taxis nehmen und auch nur die mit einem Taxifahrer in Uniform. Den fanden wir dann auch und passten auch alle hinein.
Auf der Fahrt unterhielten Felix und ich uns über den Campus Griebnitzsee in Potsdam, da er da auch mal für Seminare war. Das muss man sich mal vorstellen, in einem Taxi in der Hauptstadt Javas unterhalte ich mich mit einem Berliner über einen Potsdamer Universitätsstandort. Er machte ein Sabbatjahr und war u.a. auch zusammen mit Camilla in Brasilien, zweimal in Australien und noch sonstewo gewesen. Da kommt man sich glatt langweilig vor. Sie waren auch begeistert davon, dass Benni sich eine Währungstabelle vorbeireitet hatte und fotografierten diese ab. Nachdem wir die beiden vor ihrem Hotel abgesetzt hatten und beidseitig die Hoffnung geäußert hatten sich vielleicht nochmal wiederzusehen, gings für uns weiter zu unserem Hotel. Dieses sollte laut Taxifahrer etwas kleiner sein und wir brauchten ein paar Minuten um den genauen Standort zu finden. Auf der Fahrt rauschten viele Lichter von Rollern, Taxis, TucTucs und Autos an uns vorbei. Zwischen vielen kleinen Straßenläden und Menschen lagen aber auch leider schon in der Dunkelheit sichtbare Müllberge herum. Unser kleines Hotel war am Ende einer Sackgasse zwar etwas gruselig gelegen, aber dafür war es sauber und hübsch im Colonialstil gehalten. Der Chef hinter der Rezeption war sehr freundlich und sprach ein gutes Englisch. Überhaupt waren die Leute hier von Anfang an sehr aufgeschlossen und nett. Im Lonely Planet gab es diese Beschreibung auch schon, jedoch bekam man beim Lesen den Eindruck, dass die Indonesier in ihrem Verhalten den kleinen Hamstern aus Ice Age 4 ähnelten. Wir bezogen ein hübsches, sauberes Zimmer mit Klimaanlage und einem eigenen Bad mit Glastrennwand. Sehr hübsch, jedoch auch unpraktisch, da einerseits hinter dieser Glaswand direkt an der Dusche die Toilette angrenzte und man beim Duschen später – egal wieviel Mühe man sich beim Duschen gab-alles nass machte. Egal, ziemlich geschafft sanken wir ins Bett, Benni vorweg mit dem Gesicht vornüber, ins Kissen murmelnd: „Ich hab dich sooo vermisst!“ ;P 
P.S.: Das war Bennis schönste Grimasse von vielen an diesem Abend, da hab ich die schlimmsten schon raussortiert ;)

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