Donnerstag, 15. September 2016

Tag 11 – Die Affen sind los!

Heute morgen gings nicht nur daran sich selbst fertig zu machen, sondern auch schon das ganze Gepäck abreisetechnisch vorzubereiten, da wir nach der Tempeltour gleich weiterwollten. Aber natürlich konnten wir den Bananenpancake diesen Morgen nicht weglassen und versuchten uns danach an den Rollern, von denen einer nicht so richtig wollte. Erst nach einer Einweisung durch einen der Hotelmitarbeiter kamen wir vom Fleck.

Des Rätsels Lösung war einfach nur das Standbein des Rollers einzuklappen, klaroooo wären wir auch drauf gekommen... irgendwann.
Wir düsten los und sahen auf der Straße nicht nur die festlich geschmückten Häuser, Tempel und Vorgärten (es wurde auch eifrig mit den Palmreisigbesen gefegt), sondern auch die Menschen auf den Mofas waren sehr festlich traditionell gekleidet und hielten oft Körbe und Blumengestecke in den Händen.

Gefühlt war alles in der Umgebung auf den Beinen und so mussten wir nur der Masse folgen und gelangten zum ersten Tempel, vor dem eine riesige Affenstatue stand.

Auch schon vor dem Tempel war der erste Raum direkt vergittert und wir fanden auch bald heraus warum.

 Unsere kleinen haarigen Verwandten saßen bereits am Eingang und beobachteten das rege Treiben um sie herum. Wir durften gegen eine „freiwillige“ Spende, für die wir die Sarongs freiwillig ausleihen mussten, auch hinein. Naja, wenn wir es hier spenden, können es die Affen nicht klauen, denn die schienen alles zu klauen, was nicht niet- und nagelfest war.
Im Inneren des Tempels ließen sie nur kleinere Gruppen zum eigentlich Feststandort und bis dahin warteten wir... von Affen umgeben.


Die warteten nur auf eine unachtsamen Moment und versuchten auch Dinge zu klauen, die eigentlich viel zu groß und viel zu schwer für sie waren. Zum Beispiel unsere Wasserflaschen. Dank Timos Eingreifen scheiterten sie. Als jedoch die Jungs vor uns in einer Gruppe hineinkamen und hinter ihnen die Türen geschlossen wurden, standen Hanna und ich mit einer Gruppe Einheimischer draußen und plötzlich sprang ein Affe auf ein Mädchen zu und schlug ihr den sorgfältig vorbereiteten Korb aus den Händen. Das Mädchen kreischte und quiekte und hüpfte ihrer Freundin fast in die Arme. Die Affen saßen gemächlich da, guckten als wär nix gewesen und mumpelten seelenruhig das Obst und die Blüten. Allerdings gabs zwischendurch Streit um die größten Blüten oder die besten Obststücke.


Den Rest sahen sie sich meist interessiert an... und machten es dann kaputt. Kein Wunder also, dass hier alles vergittert war, auch alle „Opfertische“. Als wir dann mit der nächste Gruppe (natürlich nicht ohne vorher von den Einheimischen gefragt worden zu sein, ob sie ein Foto mit uns haben können) in den inneren Teil des Tempels liefen, hüpfte ein Affe auf eine der Statuen und riss dem einen Mann den ganzen Korb vom Kopf. Da war die Freude groß, natürlich nur auf der Affenseite ;). Im Inneren saß ein älteren Mann vor einem Schrein mit einem Glöckchen und einem Mikro und klingelte und sprach.


 Alle Einheimischen setzten sich, nachdem sie ihre Körbe in einen vergitterten Schrein gepackt hatten und legten vor sich kleine aus Bananenblättern gefaltete Körbchen, in denen Blüten, Räucherstäbchen und manchmal kleine „Opfergaben“ wie eine Packung Chips lagen.

Darauf hatten die Affen nur gewartet, sie rannten durch die Menge und schnappten sich Dinge aus den kleinen Körbchen wie z.b. die Tüte Chips, setzten sich damit auf eine Mauer, öffnete sie mit beiden Händen und grabbelten nach den Chips im Inneren.


 Es gab auch ein, zwei Jungen, die kleine Schleudern dabei hatten und diese in Richtung der Affen schnappen ließen, um sie von den kleinen Körbchen fern zu halten. Ein ganz gewitzter Affe schaffte es sogar einem Einheimischen einen Flip Flop zu mopsen. Letzterer versuchte sich seinen Schuh mit zwei Bananen wieder freizukaufen und tatsächlich klappte das, auf jeden Fall sorgte es auch für Stimmung.
 Anschließend liefen wir noch zu einem anderen Tempel direkt am Wasser, für den wir auch noch fleißig spendeten und von dort aufs Meer gucken konnten.

 Die Einheimischen hier guckten auch alle ganz erfreut und hielten uns ihre kleinen Kinder vors Gesicht, die uns winken sollten. Die meisten wollten aber gar nicht winken und verstanden überhaupt nicht was das sollte.


(Das ist mein absolutes Lieblingsbild aus diesem Urlaub!)










Da es bereits kurz vor zehn war machten wir uns auf den Weg zurück, holten unsere Rucksäcke und schnappten uns das nächste Bemo, was wirklich erstaunlich schnell ging. Sie wollten bis Singaraja auch 50.000 Rp pro Person, was einigermaßen okay war.

 Nicht okay war allerdings, dass er uns da an einer Ecke rausschmiss und vorher seinen Kumpel angerufen hatte, damit der uns wieder für eine schöne Summe zum Busbahnhof bringen sollte. Das sahen wir aber nicht ein und obwohl sie noch eine Weile neben uns herfuhren, lehnten wir dankend ab. Timo und Hanna versuchten sich hier ein Mofa zu leihen, aber das schien unmöglich und sie wurden immer wieder zurück nach Lovina verwiesen, denn da gäbe es Mofas.

 Schließlich checkten sie erst einmal für 100.000 Rp für ein Zimmer (ca.8€) ein und halfen uns mit unserem Gepäck.

Nach einigen Angeboten, die immer verdammt teuer waren, dafür, dass die uns eigentlich nur bis zum Busbahnhof bringen sollten, fanden wir nach einer Weile den Finger raushalten (trampen scheint bei denen nicht ganz so bekannt zu sein) einen netten Fahrer mit Familie und Ladefläche, der uns sogar kostenlos bis zum Busbahnhof mitnahm.

Allerdings war da (da Feiertag war) tote Hose und der Fahrer wollte zwar nur 50.000 Rp pro Person bis Ubud haben, allerdings hätten wir warten müssen bis der Bus voll wurde, was heute garantiert nicht mehr der Fall sein würde. Ein weiterer bot uns eine Privatfahrt für 400.000 an, das war allerdings deutlich zu teuer. Gut, wieder Gepäck schnappen und bis an die Straße. Dort hielt nach kurzer Zeit ein Taxifahrer, den wir auf 300.000 Rp. runterhandelten (damit hatten wir insgesamt noch 200.000 Rp. weniger bezahlt als die Mädels, die gestern mit dem Auto nach Ubud gefahren waren) und obwohl noch ein Bemo hielt, fuhr es weiter als er das Taxi sah. Es wäre wohl auch nicht bis ganz nach Ubud gefahren meinten die Leute um uns herum. Gut erst einmal auf dem Weg. Als Benni jedoch nach dem Taxometer fragte hatte ich kaum eine ruhige Minute, da ich immer den Weg auf dem Handy mit dem Taxometer verglich und Angst hatte, dass uns dies teurer zu stehen kommen würde. Während Benni schlief (ihm bekamen diese Schlangenlinien und riskanten Überholmanöver nicht) zogen an uns bunt gekleidete Menschen mit Körben auf dem Kopf oder ganzen Obstschalen vorbei (leider erwischte ich sie nicht richtig mit dem Fotoapparat), Reisterrassen und geschmückte Tempel. Mit meinem Bauchgefühl, dass uns das Taxometer mehr kosten würde lag ich richtig, zum Glück blieb der Fahrer bei dem verhandelten Preis, ließ uns mitten auf der Hauptmeile in Ubud raus und bekam gleich wieder neue Kundschaft durch ein spanisches Pärchen. Man merkte, dass wir in einem Touristenzentrum waren, da die Zahl der Einheimischen hier schon in den ersten paar Minuten den kurzhosigen Touristen mit Tennissocken oder viel zu kurzen Röckchen deutlich unterlag. Benni wurde direkt von einem netten Einheimischen auf dem Roller angesprochen, ob wir schon eine Unterkunft hätten. Er bot uns eine an und meinte er würde sie uns zeigen. Benni fuhr mit und kam positiv überrascht zurück. Für 250.000 Rp. die Nacht mit Klimaanlage, einem sehr großen Zimmer mit eigenem Bad und tollem Frühstück, wie soll ich denn da nein sagen? ;)

 Er fuhr mit dem Gepäck auf dem Roller vor und ich brachte die kleinen Rucksäcke hinterher. Es war nicht weit und wirklich beeindruckend, als wäre man in einen Tempel eingetreten.

Unsere Zimmertür sah auch aus wie ein Schrein und das Zimmer hatte sowohl ein Wohn-als auch ein Schlafzimmer.

Nach einer Dusche und einer kurzen Verschnaufpause, beschlossen wir noch ein bisschen durch die Stadt zu tingeln. Dabei entdeckte ich ein schönes Kleid, was ich bei einer verschmitzt grinsenden Dame auch erwarb, die uns sogleich hoch in ein kleines Cafe schickte, was wir wohl sonst übersehen hätten und wohl von dem Rest ihrer Familie betrieben wurde. Jaja diese Grinsekatze wusste schon was sie da macht. Aber es ein wirklich süßes Lokal, von dem aus man die Straße überblicken konnte und die sehr leckere frische Säfte hatten.

Anschließend bummelten wir weiter die Straße herunter und da es langsam dunkel wurde und die meisten Sachen schlossen, guckten wir nach einem Restaurant. Wir fanden auch eins, was balinesische Ente anbot und beschlossen dort zu bleiben. In diesem Restaurant sahen wir die einzige je gestresst wirkende Einheimische wie einen Blitz hin und herrennen, da ihre einzige Hilfe eine recht pummelige Mitstreiterin war, deren Geschwindigkeit man eher als gemächlich einstufen konnte. Während die andere also rannten, um Rechnungen und Getränke zu bringen sowie die Gerichte und Leuten einen Platz zuzuweisen, fragte die Dame mit dem ruhigen Gemüt dreimal nach und brachte das Essen dann meist immernoch an den falschen Tisch, auwei. Aber wir bekamen sehr leckere Getränke (z.B. einen Mango Granita, was aber nur Mangoschmusi mit Eis bedeutet), eine halbe schnuckelige (also eigentlich war sie nur ein bisschen größer als eine Taube) Ente und für Benni ein Curry mit Hühnchen.
Neben uns saßen wieder einmal Deutsche, die einerseits eine recht laute, mit Rauch untermauerte und doch man möge sagen inhaltsminimale Diskussion führten, wobei der Herr des Pärchens tatsächlich ohne ein T-Shirt im Restaurant saß, was wir als eher unpassend sahen. Nach unserem Essen versuchte Benni noch einen Gecko im Bad zu fangen und ich schlief mal wieder über dem Laptop ein ;). Bonna Notte!

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