Tag 12 – „Pinkie goes
Bali“ oder auch „Wie hier auf mysteriöse Weise Kreditkarten
verschwinden“
Am nächsten Morgen gab es ein sehr leckeres Frühstück mit man höre, man staune grünes Bananenpancakes, die aber super lecker waren.
Dazu gab es eben so fruchtige Säfte und Tee. Wir hatten bei der Frühstückauswahl Glück, da es jeden Tag eigentlich was anderes dran war und heute einfach nur Toast mit Butter und Marmelade, sie aber dann doch wegen der Feiertage den Plan noch einmal geändert hatten.
Als nächstes stand Geld holen auf unserem Plan und während ich oben unseren Reisetag (wir hatten uns viel vorgenommen) vorbereitete, wollte Benni los, um gleich das Hotel zahlen zu können.
Jedoch kam er erstaunlich schnell wieder und was noch erstaunlicher war: ohne Geld. Hmm wo ist denn das Geld geblieben?? Tjajaaaaa scheinbar hatte ein mysteriöser Räuber die Kreditkarte stehlen wollen, wobei Benni sich todesmutig mit ihm angelegt hatte und die Kreditkarte … war dabei höchstwahrscheinlich in den Gulli gefallen. Noch mysteriöser war, dass aus dem Portmonnaie tatsächlich nichts weiter fehlte außer der Kreditkarte, Geld, Perso, alles war noch da. Mensch, schon komisch. Gut, auf jeden Fall verzögerte das unsere Fahrt ziemlich nach hinten, da erst einmal eine Nachricht rausgehen musste, damit die Kreditkarte gesperrt wurde. Zum Glück hatten wir ja meine Kreditkarte von der DkB noch dabei, nur hatte ich diese seit ca. zwei Jahren nicht mehr benutzt, was mich doch recht nervös machte. Was, wenn wir nun kein Geld mehr bekämen? Was machen wir dann? Da ich leider weder balinesisch aussah noch tanzen konnte, fiel so etwas schon mal weg. Ich dachte zwischenzeitlich auch schon an so eine Kokoshütte am Strand, in der sich die Einheimischen manchmal für eine Pause niederließen... aber erst einmal die Karte ausprobieren... und tatsache nach einem inneren Trommelwirbel vor dem Ausgabefach des Geldautomaten spuckte er die Höchstsumme aus, die ein Automat hier halt so hergibt und jetzt hätte ich in dem Automatenhäuschen wirklich einmal vor Freude tanzen können. Das hätte zwar die draußen wartenden ein wenig irritiert, wäre mir aber herrlich schnurz gewesen. Gut, Übernachtung gesichert, also auf geht’s Rucksack schnappen und den Roller holen. Als wir den waren, musste ich kurz laut lachen, denn der Roller war... schweinchenrosa!
Wir tauften ihn Pinkie, bekamen diesmal zwei passende Helme und auf ging die Fahrt durch Ubud. Unser erstes Ziel war der Markt in Ubud, wobei mein ganz persönliches Tagesziel war, eine Balinesierin zu finden, die Obstschalen auf dem Kopf trug.so komisch es auch klingt. Nach ein paar Kurven in Richtung der Reisterrassen hatten wir auch schon Glück und sahen an der nächsten Kurve gleich eine ganze Parade von Frauen, die das Obst von ihren Häusern zum Tempel trugen, ha!
Auf dem Markt angekommen, stellte sich heraus, das dieser natürlich ganz genau auf die Touristen ausgelegt war, sodass die Einheimischen für die meist sehr ähnlich oder gleichen Sachen recht hohe Preise forderten.
Aber da hatten sie nicht mit Benni gerechnet, der so lange mit ihnen verhandelte bis wir es zu dem Preis bekamen, der noch einigermaßen nett klang. Natürlich machten sie damit immer noch gute Geschäfte, sonst würden sie es ja im Endeffekt nicht verkaufen.
Besonders eine Frau war dann doch sehr froh als wir nach drei verschiedenen Verhandlungen endlich wieder gingen.
Leider gab es hier weniger Obst als Hängematten, Stoffe, Sarongs, T-shirts und Taschen. Da wir keine Lust hatten die Sachen mit auf die Tour zu nehmen, luden wir sie vorher wieder im Hotel ab.
Nächstes Ziel: Reisterrassen! Dort angekommen, hüpfte, kaum, dass wir geparkt hatten, ein Herr hinter den anderen Mofas hervor und wollten, dass wir für kurz mal den Roller abstellen und ein Foto machen natürlich Parkgebühr bezahlen. Nö! Da nahm Benni den Roller mit und stellte ihn ein Stück weiter die Straße hinauf ab.
Die hier sehr steilen Reisterrassen waren schon beeindruckend und deswegen war es auch leider gar nicht so einfach ein Foto davon zu schießen, denn überall standen einem die Touristen im Bild, da musste man schon geschickt und schnell abdrücken ohne einen Bauch mit Querstreifen und Spiegelreflex darauf zu haben.
Da wir uns noch mehr schöne Sachen heute ansehen wollten, ging es weiter auf unserem rosa Roller die kleinen Hügel hinauf und hinunter. Ab und zu blieben wir mal stehen für ein Foto oder um nach der Richtung zu fragen. Zwischendurch sahen wir einen großen Menschenauflauf um einen Tempel vor dem schon in gewissen Abständen Männer mit Walkie Talkies standen.
Wir hielten, aber eher um die Reisterasse zu fotografieren, jedoch sagte ein lautes Kreischen und Krähen und die Männern mit großen Wetttafeln uns, dass hier ein illegaler Hahnenkampf stattfand. Bei genauerem Hinsehen sah man die Hähne in Plastbeuteln in den Büschen (teilweise in der prallen Sonne) hängen und zappeln.
Nach einer Runde zerrte ein Mann den toten Hahn, der verloren hatte auf den Hof, drehte ihm den Kopf ab und rupfte die schönsten Federn heraus, danach ließ er ihn liegen und holte einen neuen Korb.
Das reichte mir völlig, ich starrte die Männer, die lachend vor dem Tor saßen noch böse an und schüttelte den Kopf. Als wir weiterbrummten, meinte Benni es wäre doch ganz lustig noch einmal in die andere Richtung zu fahren und laut "Polisi" zu rufen, um zu gucken wie sich dann alle ganz schnell in Luft auflösen würden. Wir setzten unsere Tour fort. Dabei kamen wir auch an einem kleinen Wassertempel vorbei, in dem man auch (natürlich streng getrennt nach Frauen und Männern) baden gehen konnte.
Danach war uns allerdings nicht und nachdem wir uns kurz gesetzt hatten, um unsere im Supermarkt erstandenen Früchte (die im Inneren so aussehen wie Knoblauchzehen, aber sehr fruchtig süß schmecken) zu mumpfeln und den gefühlt 100. Sarong abgelehnt hatten, trafen wir ein französisches Pärchen, was sehr gut Deutsch konnte und uns den Weg zu Bennis Highlight am heutigen Tage wies: den Indiana Jones Tempel. Dorthin machten wir uns gleich auf, allerdings war es gar nicht so einfach diesen zu finden, obwohl das Pärchen meinte alles wäre gut ausgeschildert. Als wir es dann nach ein paar Kurven doch geschafft hatten, wollte natürlich wieder so ein schlitzohr Geld fürs Parken. Gut, wieder ein Stück zurück und dann halt laufen. Bei einer Frau, die uns mit dem Angebot „ein Sarong für 1$“ ködern wollte, erstanden wir nach seeeeeehhhr langem Verhandeln, viel Gelache und auf-die-Schultern-Geklopfe einen hübschen Sarong für Benni und umgingen somit und mit meinem Tuch als Sarong getarnt die Spendenkasse. Zum Tempel hinunter ging es erst einmal an zahlreichen Stufen und Reisterrassen vorbei, bei denen einem an den Ständen auch wieder allerlei „handmade“ - Krimskrams angeboten wurde. Als wir dann den Teil des Tempels betrachten, welcher für die Filmkulisse verwendet worden war, waren wir schon beeindruckt, wobei wir leider weder Harrison Ford noch irgendeinen Schatz noch kristallschädelartiges entdecken konnten. Überhaupt machten die damit hier auch erstaunlich wenig Werbung, hmmm nagut. Aber es gab noch eine kleine Zeremonie im Inneren des Tempels sowie einen sehr hübschen Fluß und sogar einen kleinen Wasserfall. Nach den üblichen zig Fotos traten wir den beschwerlichen Rückweg an und keuchten ganz schön als wir wieder beim Roller waren. Auf dem Rückweg stolperten wir über ein paar Mangos, die aber alle nicht mehr gut waren und einen einheimischen Markt, der fast nur aus Grabbeldecken mit haufenweise Klamotten oder Taschen bestand. Auch interessante Essstände gab es hier (wir erstanden einen gegrillten Maiskolben und ein paar Spießchen) und wir wurden überall angesehen als würden wir irgendwie rot leuchten, scheinbar verirrten sich nicht viele Touristen auf solche Märkte. Spontan beschlossen wir (nachdem wir sowieso dran vorbeifuhren und wir nach ewigem Hin und Her und kein Geld für den nächsten Parkplatzgeier, sondern kostenfreier Parkplatz) doch noch in die „Elephant Cave“ zu gehen und kamen (obwohl die Kasse oben geschlossen war) nicht umhin einem alten hutzligen Priester 15.000 pro Person in die runzelige Hand zu legen. Auch hier gab es eine hübsche Tempelanlage und tatsächlich eine Höhle, in der sich aber außer einer kleinen Elefantenstatue, ein paar Löchern und einer betenden Familie mit einem kleinen Kind, was immer in die Gebete reinquatschte, leider nichts weiter befand.
Wir düsten zurück und gingen in dem kleinen Cafe erst einmal sehr lecker Abendbrot essen mit einer Mango Bowl die wirklich super lecker war (pürierte Mango, darauf frisches Obst und ein bisschen Müsli in einer Kokosnussschale- seeeeehrr guut!), um uns danach noch im kaiserlichen Palast in die Tanzaufführung des kulturellen balinesischen Tanzes zu setzen, was sehr beeindruckend, bunt, glitzern und wirklich wunderschön war.
Als noch einmal alle Tänzer auf die Bühne gekommen waren, um sich zu verabschieden, hieß es schnell auf den Roller und weg, da jetzt die Menschenmassen auf den Gehweg strömten auf der Suche nach Auto, Taxi, Mofa oder einem zweiten Abendessen. Mit Kultur überhäuft, schafften wir es gerade so noch einmal Geld abzuheben und im Supermarkt eine Mango (wir freuten uns schon voll,dass die große Mango nur 5.000 p kosten sollte, das Schild galt bei genauerem Hinsehen jedoch nur pro 100g) und allerlei andere Kleinigkeiten zu erstehen. Dabei reichte mir eine junge Mitarbeiterin des Supermarktes einen Korb, das fand ich ja super nett und bedankte mich. Aber als die dann hinter uns herdackelte und zu den Dingen im Korb anfing Rechnungen zu schreiben, fand ich das irgendwie... vielleicht sah ich ja so aus wie jemand, der Dinge in einen Einkaufskorb legt und danach vergisst, dass ich die da rein gelegt habe und dann gibt’s ein großes „Hallo! Hey guck mal, da liegt ja ne Mango in unserem Korb, wie kommt die denn da rein?“ Zurück in unserem Hotelzimmer fielen wir (natürlich nachdem wir unseren Transport für den nächsten Tag organisiert hatten) nach dem langen Tag sehr müde ins Bett. ;)
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