Freitag, 16. September 2016

Tag 18 – Mit einem altersschwachen Roller bis ans Ende... von Lombok!


Als wir an diesem Morgen wieder einmal Bananenpancakes und ein diesmal sehr buntes (mit Gemüse versehenes) Rührei frühstückten, setzte sich ein Deutscher zu uns, den ich schon gestern mit unserem Paten hatte reden sehen. Dazu kam seine Freundin, die uns beide von ihrer Tour (sie hatten sich auf Borneo Orang-Utans angesehen), ihrem Krankenhausaufenthalt und den Rollererlebnissen berichteten.
Da mir schon den ganzen Morgen ganz flau gewesen war, weil ich von den Geschichten gehört hatten, dass einem die Rollerbesitzer den eigenen Roller unterm Arsch wegklauen lassen, um sich den noch vorhandenen Roller schließlich von den Touristen ersetzen zu lassen und ich das dem Paten durch aus zugetraut hatte, freute ich mich jetzt umso mehr, da er ja heute mit den beiden Deutschen den ganzen Tag auf den Inseln war und uns somit nicht folgen konnte. Uuffff.... wir beschrieben den Deutschen noch den Schnorchelpunkt und befragten sie zu ihren Masken (die wir nämlich auch schon bei Decathlon gesehen hatten), die sie nur weiterempfehlen konnten. Als die beiden ins Boot gestiegen waren, verabschiedeten wir uns von dem anderen Deutschen, der heute nach Sengiggi weiterfuhr, nahmen unseren Rucksack und marschierten nach Nebenan. Dort sah alles neu und weiß verputzt aus. Während Benni mit dem, der da am meisten zu sagen hatte, mitfuhr, boten mir dessen Frau und die Mutter einen Sitzplatz an und die Frau hielt mir ihr Baby vors Gesicht, was sofort zu quieken und zu zappeln begann, weil ich auch Fratzen schnitt und als Benni wieder zurückkam, drückte sie mir den kleinen Freckel einfach in den Arm. Oha, und was nun? Ich versuchte das Baby zu animieren wieder zurück zur Mama zu wollen. Das klappte zum Glück auch ziemlich gut. Jetzt konnten wir starten. Alle riefen noch Terima kasih und sama sama hinter uns weg und ab gings. Zunächst eher stockend und auch beim nächsten Hügel zog ein Schmetterling beinahe an uns vorbei, da das Mofa scheinbar ein wenig altersschwach war und nur mit gutem Zureden den Berg hochwollte.



 Erst fuhren wir am Wasser entlang mit Blick auf die Gilis zum empfohlenen Markt, der wirklich sehr lokal war. Hier gab es schon an der Straße alles, was ein indonesischer Haushalt so braucht: Palmfasermatten, Messer, Vogelkäfige, eine bunte Sonnenbrille für jedes Familienmitglied, Chilis in Körben, CDs (deren leicht kreischige Musik schon als kleiner Vorgeschmack über den Markt tönte), ballenweise Tabak, Flip Flops in Hülle und Fülle, soviel Tofu, dass man sein Haus damit hätte isolieren können, Obst, geruchsintensiver Fisch und entsprechend auch das Fleisch.



Wir sahen uns zunächst um und je tiefer wir in den Markt kamen (Benni schloss mit einem noch Freundschaft, der ihm bei einem neuen Paar Trekkingsandalen einen guten Preis machen wollte), desto geruchsintensiver wurde es und alle Gerüche vermischten sich zu einer Art Dunst.


Auch Gewürze, der übliche Reis und Gemüse waren zahlreich vertreten. Wir entschieden uns bald eine Melone zu kaufen (für ca. 1€) und Benni erstand noch einen lustigen Touristenhut. Wir verhandelten um eine Sonnenbrille und beließen es dabei ohne Messer weiterzureisen.




Nach einer kleinen Tüte mit Mangos, die wir bei einer Frau mittleren Alters erwarteten, fotografierte ich noch die kleinen Tanzmäuzse, die laut mitsangen und wir schwangen uns auf unser glücklicherweise noch vorhandenes Mofa.








 Nach einem kurzen Blick aufs GPS fanden wir nach kurzer Fahrt an den momentan wasserlosen Mangroven vorbei in einer kleinen Palmhütte am Straßenrand gegenüber einer Tauchschule ein schattiges Plätzchen, um die Melone zu essen. Zu Bennis Überraschung war die Melone innen gelb. Erst schaute er verdutzt und dachte sie sei schlecht, scheinbar hatte er in Deutschland noch nie eine gelbe Melone zu Gesicht bekommen. Sie schmeckte im Gegenteil sogar süßer als die in Deutschland. Zwischendurch kam auch ein Boot mit Tauchern an und wir fragten sie wie der Tauchgang zu gewesen sei.
Sie meinten es hätte sich schon gelohnt, aber leider hätten sie nur kleine Sachen gesehen, wenn man große Fische sehen wollte, müsse man wohl woanders tauchen gehen.


 Nachdem wir unsere Melone als Mittagessen verputzt hatten, beschlossen wir noch ein wenig weiter zu fahren. Auf diesem Teil der Insel steppte nicht gerade der Bär und wir fuhren auch oft lange Wege entlang ohne jemanden zu sehen.Relativ oft kamen wir an Grundschulen vorbei, deren Kiddies vor Begeisterung kreischten, wenn sie uns sahen und in ihren sauberen, niedlichen Schuluniformen zum Teil bis vor unser Mofa rannten winkten und versuchten sogar während der Fahrt einzuklatschen. Die älteren Menschen waren da zurückhaltender, aber lächelten und winkten meist auch sehr freudig oder wollten mit irgendwas fotografiert werden. Zwischendurch fuhren wir auch an Bensintankstellen, ärmlichen Hütten und Hühnern vorbei. Einmal mussten wir schon umkehren, da die Straße einfach aufhörte und in einem Schotterweg endete.

 Ich fragte mich dabei wovon die Leute hier eigentlich lebten. Manchmal sah man riesige Haufen von Kokosnüssen und die alten Schalen davon oder getrockneter Mais, der auf großen Tüchern an der Straße lag oder ein paar Kühe oder eben auch wie in den ärmsten Regionen von Lehm. Den gruben sie meist hinter ihrer Hütte aus einem Loch, stachen mit Förmchen die Ziegel aus, ließen diese in der Sonne trocknen und brannten sie danach unter sehr einfachen Bedingungen.
Wir fuhren noch einmal an unserem Hotel vorbei, rasteten kurz und fuhren dann weiter nach Lembar, um dort einerseits Geld abzuholen, andererseits, um nach den Fährzeiten zu fragen.
Dabei gerieten wir an zwei ältere französische Damen, die fast hyperventilierten vor Ungeduld (die eine mehr als die andere). Mit Englisch kamen sie nicht weiter und als ich ihnen erzählte, dass es hierzulande teilweise üblich wäre, dass man auf einen Bus oder ähnliches warten muss, erzählten sie entrüstet, dass sie auf ihren Hotelfahrer schon seit knapp einer Stunde warteten und nicht wussten was sie machen sollten. Ich gab ihnen zu verstehen, dass sie nur zwei Optionen haben: weiter warten oder einen Bus nehmen. So richtig kam ich aber auch nicht weiter, da die aufgeregte von den beiden immer nur betonte, dass sie ja schon seit einer Stunde warteten. Zum Glück erschien dann der Fahrer und nahm die beiden mit. Wir erfuhren, dass die Fähre pünktlich zu jeder vollen Stunde ginge (was wir noch nicht so ganz glaubten) und machten uns auf den Heimweg.
 Zwischendurch aßen wir noch eine Nudelsuppe, die wir im Alfamart erstanden, dort heißes Wasser drüberkippten und vor dem Supermarkt verspeisten. War mal ganz lustig. Dazu trank Benni, der gerne wieder einen frischen Saft gehabt hätten, einen Mangosaft aus der Dose, auf der merkwürdigerweise auf Englisch draufstand „mit ganzen Pfirsich-Stücken“. Hmmm wird schon seinen Grund haben. Auf dem Weg sahen und hörten wir in einem Dorf einen langen Zug von Leuten am Straßenrand stehen und hielten an. Ganz hinten fuhr eine riesige Beatbox, davor tanzten sie und eine Kapelle spielten in vollem Kostüm, dazwischen kamen Männer mit Trachten und Schirmen und weiter vorn liefen Frauen in traditionellen Gewändern und geschminkt.
 Diese umrahmten eine balinesische Braut, die in vollem Hochzeitsgewand und mit sechs süß gekleideten Kindern vor den Füßen nun umrundet von Polizisten (die den Verkehr regelten) und gefolgt von der Menschenmasse in Richtung des Tempels und ihres Bräutigams lief mit gesenktem Kopf.
Stück für Stück kam das ganze Dorf zur Straße und guckte, wobei sich zum Teil auch viele Leute zu us umdrehten, winkten, uns wieder ihre kleinen Kinder vor die Nase hielten (die auch winken sollten, aber nicht wollten) und der Hochzeit weniger Aufmerksamkeit schenkten als uns.

´Das war mir fast unangenehm und um nicht länger zu stören, fuhren wir nach ein paar Minuten wieder ab. Aber beeindruckend war es auf jeden Fall.

Wieder im Hotel angekommen trafen wir auf ein deutsches Pärchen, was gerade angekommen war und scheinbar in dem schäbigsten Zimmer ohne Türschloss wohnte und dafür wohl auch noch 200.000 Rp bezahlte. Auch seien die Mitarbeiter nicht besonders freundlich zu ihnen gewesen. Wir tauschten uns kurz aus und gingen danach packen, während die beiden darum baten nicht draußen, sondern in einer geschlossenen Dusche duschen zu können. Im Anschluss gingen wir wieder nach nebenan, um zu essen und trafen da sowohl die Pärchen von gestern wieder (die wissen wollten wie unsere Fahrt war und erzählten uns von ihrer großen Tour mit dem Boot und gaben uns noch Tipps für Jakarta) als auch das von vorhin, die bereits was zu trinken vor sich zu stehen hatten. Wir mussten erst einmal noch bestellen und da der gegrillte Fisch aus war, bestellte Benni das BBQ Chicken und dazu einen Bananensaft. Ich bekam nach der üblichen Wartezeit ein Seafood Curry und einen Wassermelonensmoothie, der sehr lecker war. Dazu setzte sich dann noch das deutsche Pärchen von heute morgen und berichtete von ihrer Fahrt.
Als wir fertig waren mit dem Essen schrieb ich ein bisschen und sicherte Bilder, wobei das deutsche Mädchen, was nun in dem türschlosslosen Zimmer bei uns im Hotel wohnte, wissen wollte, ob wir denn den Desert Point empfehlen konnten. Da wir dort gar nicht waren, konnten wir leider nur das wiedergeben, was uns der Deutsche aus unserem Hotel darüber gesagt hatte. Obwohl wir ihr wirklich nicht weiterhelfen konnten, fragte sie uns, was wir denn machen wollten, da ihr Freund da gern den Surfern zusehen würde und sie aber keine Lust hatte deswegen noch länger hierzubleiben. Auch nach weiteren 20 Minuten wussten wir leider immernoch nicht zu was wir ihr raten sollten, da wir auch immernoch nicht mehr wussten als vorher. Irgendwann beschloss sie ihren Wunsch ihrem Freund gegenüber zu erwähnen und wir verabschiedeten uns von ihr und ich schrieb noch ein bisschen bis wir am Strand zurückwanderten und Benni mit der Taschenlampe bis zu unserem Bungalow noch hinter Krabben herjagte.

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