Mittwoch, 14. September 2016

Tag 6 – Wir präsentieren: 2 Tempel, 1 Weltwunder, 2 Deutsche, 1 Italiener, 1 Spanierin und 2 Mofas , dazu reichen wir: Sonnenbrand!

An diesem Morgen weckte uns wieder dieses gruselige Lachen der Taube... hmmm ob ich einfach mal die Käfigtür aus Versehen aufmache??... und dann Huch- sind sie einfach weg, kann man nichts machen. Aber es war ein guter Grund aufzustehen und zu duschen, um das Gackern gegen das beruhigende Surren der Wasserpumpe einzutauschen und um sich noch ein paar Knutschflecken am Fuß zu holen :D. Nach erfrischender Dusche und einer kleinen Packaktion, schnappten wir uns das randlose Brot (heute mit etwas berechenbarer Marmelade) und Wasser + Obst vom Markt und pflanzten uns in die schönen Korbstühle auf dem Hof. Bald kam auch unser Begleitpärchen frisch und munter aus dem Zimmer gehüpft, da südländisches Temperament ;). Leider gings nicht so einfach los wie wir uns das vorgestellt hatten, da plötzlich aus zwei Mofas einer wurde, der andere war über Nacht wie von Zauberhand verschwunden. Oha! Die beiden legten sich ins Zeug, dass das sich das schnell änderte und mit Temperament ließ sich über den Homestay-Besitzer ein anderer Roller organisieren. Dabei ließ Giovanno durchaus durchblicken, dass er sehr empört war, dass der Mitarbeiter des Homestays offenbar die Arschruhe weg hatte, wenn es jetzt darum ging den Roller zu holen. Dies wiederrum fand ich sehr lustig, da auch in Südeuropa die Zeit oft bedächtiger genutzt wird. Sandra entschuldigte sich mehrmals, dass wir jetzt warten mussten. Ach quatsch, es gibt ja noch genug randloses Toast und dass das reibungslos klappt hatte eh keiner erwartet, dafür war es hier auch viel zu heiß, um sich schnell zu bewegen :P. Irgendwann trieb Giovanni den Herrn zur Eile an und ging mit ihm, um einen Scooter zu holen und kam ein wenig später grinsend mit einem zurück.
Auch ihm hatten sie- genauso wie uns- eine recht übersichtliche Anzahl an Litern Benzin im Roller hinterlassen und so ging es nach der Helmprobe (hier lautete das Motto: Egal ob schon, hauptsache funktionstüchtig, obwohl...mit der Funktionstüchtigkeit war das so eine Sache, aber für die Psyche stand fest: Helm vorhanden!) sofort ins Getümmel, um nach einem Stand mit hübschen bunten „Bensin“-Flaschen zu suchen. Davon gabs sonst immer so viele, aber wie immer, wenn man so etwas sucht, ists halt wie vom Erdboden verschluckt. Nach einigem Gucken gabs dann aber doch ein paar hübsche schlumpfblaue Flaschen, die uns von der netten Verkäuferin in den Mofaschlund gekippt wurden. Na dann mal los! Nicht nur, dass es hier keine Verkehrsregeln gab, es herrschte ja auch noch Linksverkehr! Ich beneidete Benni kein Stück, während er sich mit mir auf dem „Rücksitz“ ins hupende Chaos stürzte. Hier hieß es auf die Straße springende Menschen auszuhupen, hupende Autos und Lkws vorbeizulassen, aus Ausfahrten kommenden Rollern auszuweichen und nebenher die beiden anderen nicht zu verlieren. Kurzum ging hier alles nur im Klang dieser melodischen Hupen, die irgendwie immer benutzt wurden, auch wenn manchmal keiner so genau wusste warum, vermutlich einfach, weil man diesen zarten Klang nicht oft genug hören konnte! Deswegen wurde zwischendurch auch einfach mal so gehupt, weils grad so still ist. Vorbei an vielen Ständen, Warungs, Kramläden, Menschen auf Fahrrädern. Ab und zu hielten wir, um auf Bennis GPS-Katrte zu gucken, um zu sehen wann wir genau abbiegen mussten. Giovanni grinste übers ganze Gesicht, er war ganz in seinem Element: Italiener und Roller halt, die sind darauf schon geboren worden. Auch gestand er uns,dass er Kurven sehr liebte und Sandra begann ihn auf Spanisch auszuschimpfen und meinte nur zu uns „He is crazy, I should break up with him!“ Tatsächlich legte er sich ganz schön in die Kurve und schlüpfte bei Ampeln immer zwischen den größeren Autos hin und her, was das Folgen gar nicht so einfach machte. Ich selbst fühlte mich wie in einem PC-Spiel, bei dem aus jeder Ecke ein Hindernis gesprungen kam, das man mit dem Roller umfahren musste. Nur konnte man bei einem PC-Spiel immer wieder von vorn anfangen, hier gabs kein zweites Leben nach einem Game Over! Zwischendurch mussten wir noch tanken, was eigentlich bedeute, dass man an einem kleinen Wagen anhielt, auf dem Glasflaschen mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten standen. Dann sagte man zu einem meist runzlig lachenden Einheimischen oder einer grimmig guckenden älteren Dame „satu“ oder „dua“ und bekam so ein oder zwei Flaschen von der lustigen Gummibärchenflüssigkeit in den Tank gegossen. Pro Tankfüllung bezahlte man so zwischen 50 Cent (1 Flasche) und 1€ (2 Flaschen). Als wir endlich aus der Stadt raus waren, konnte ich aufatmen, denn bisher hatte ich meine Hände immer in Bennis Rippen gekrallt und mit den Füßen mitgebremst, sodass ich beinahe die Fußhalterungen durchgetreten hätten. Vor Yogyakarta war weniger los und rechts und links zogen grüne Reisterassen vorbei.
Wir hielten auch einmal an einer an, der gegenüber eine Schule stand und sofort kamen Schüler aus dem Tor herausgelaufen, winkten und freuten sich als wir zurückwinkten.

 Daneben auf dem Feld winkten auch welche, aber irgendwie sah das ein bisschen anders aus. Diese Männer hatten nämlich was in der Hand, mit dem sie winkten. Bei genauerem Hinschauen durch meinen 60fachen Zoom konnte man erkennen, dass das Tauben waren, die sie da an den Füßen durch die Luft fuchtelten. Scheinbar versuchten sie dadurch andere Tauben anzulocken, denn es landeten daraufhin andere vor ihnen, aber warum genau sie das taten, blieb ein mystisches Geheimnis.
Wir fuhren weiter, an kleinen Warungs, weiteren grünen Reisfeldern, Palmen und kleinen Häusern, aus denen manchmal Kinder und auch ältere Einheimische winkten und grinsten.
Am Borobudur-Tempel angekommen, wollte man uns fürs Parken natürlich Geld abknöpfen, is ja klar, irgendwo musst du ja hin mit deinem Roller und selbst in Berlin ist das Abstellen des fahrbahren Untersatzes ein zum Teil teures Vergnügen. Nachdem Giovanni die Herren erst ausgelacht und dann ein bisschen auf Italienisch beschimpft hatte, beugten wir uns der Maschinerie des Touristenausnehmens und stellten unseren Roller ab. Geschafft, wir waren lebendig am neunten Weltwunder angekommen, was mit einem Foto am Eingang gefeiert wurde.
Da ich mich ordnungsgemäß in lange Klamottem gehüllt hatte, sah ich ein bisschen aus wie jemand, der mega viel abgenommen hatte, aber noch in den alten Klamotten steckte. Beim Bezahlen kam dann richtig Freude auf, da der Eintritt, selbst als „Kombiticket“ sch**** teuer war. Ich hatte noch das Glück nachweisen zu können, dass ich Student bin. Meinen Ausweis guckte sich die junge Dame aber ganz genau und ziemlich lange an. Vielleicht war sie auch zwischendurch eingenickt, das konnte man so genau nicht sagen. Irgendwann schien sie wohl das „Universität Potsdam“ überzeugt zu haben, jedenfalls händigte sie mir das Schriftstück wieder aus. Am lustigsten war, dass unsere beiden Herren der Schöpfung auch nicht mit kurzen Hosen reindurften. So mussten sie sich mit großen Augen je ein Tuch von ihrer Freundin borgen, was darin gipfelte, dass Giovanni mit einem rosafarbenen Rock und Benni mit einem blauen herumlief.

 Da beide auch ziemliche Clowns waren, posten sie auch ganz elegant in ihren Röckchen herum, zur Begeisterung inklusive Lacher aller Beteiligten.Damit bezahlte ich die Hälfte vom Preis, tschakka.Dann mal ab zum Tempel. Unterwegs wurde uns auch allerlei angepriesen, von kleinen Statuen wie Mini-Tempeln, die so wunderbar auf dem Fensterbrett verstaubten bis zum üblichen Wasser für den üblichen „Good Price!“. Jaja, den kennen wir schon. Als wir durch die große Anlage hindurchgestiefelt waren, sahen wir eine beeindruckende Treppe, die hoch zum Tempel führte. 
 
Der Borobudur-Tempel, welcher sich 42 Kilometer nordöstlich von Yogyakarta befindet, ist eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens und wurde von einigen Kunsthistorikern mit seiner pyramidenartigen Gestalt, den exakt strukturierten quadratischen Ebenen und unzähligen Buddha-Figuren, als das achte Weltwunder bezeichnet.Gebaut wurde er zur Blütezeit des Buddhismus auf Javas im 8. und 9. Jahrhundert nach Christi. Im 10. und 11. Jahrhundert geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde von vulkanischer Asche und wuchernder Vegetation begraben. 1814 wurde sie wiederentdeckt, aber erst im Jahr 1835 brachten Europäer sie wieder ans Tageslicht.

Mit Mitteln der UNESCO wurde er von 1975 bis 1983 weitgehend restauriert und 1991 von der UNESCO als WeltkulturerbeGemäß des buddhistischen Rituals müssen alle 9 Terassen des Tempels im Uhrzeigersinn umrundet werden. Die dabei zurückgelegte Weg beträgt mehr als 5 Kilometer.






anerkannt. Der Borobudur-Tempel besteht aus mehr als 2 Millionen Steinquadern, die als Götterberg Meru in Form einer Stufenpyramide aufgeschichtet wurden und sich auf der quadratischen Basis von 123 m Länge türmen. Über 9 Terrassen erhebt sich das Bauwerk auf über 30 Metern in den Himmel. Von oben sieht der Borobudur-Tempel wie ein gigantisches Mandala aus.An den Wänden der vier sich stufenartig verjüngenden Galerien befinden sich Flachreliefs in der Gesamtlänge von über fünf Kilometern, welche das Leben und Wirken Buddhas beschreiben.
Also auf auf nach oben, das konnten wir uns bei der prallen Mittagshitze doch nicht entgehen lassen den Spaß. Es war unglaublich beeindruckend, allerdings wirklich auch beeindruckend heiß. Was es an Schattenplätzen zu wenig gab, gab es an Touristen zu viel. Es war kaum möglich ein Bild ohne einen Regenschirm zu bekommen oder eine Hand als Peacezeichen geformt vor der Linse zu haben. Herrjee, soviel kann ich nun auch nicht rausretuschieren, sonst sieht man ja nix mehr vom Tempel. Da Giovanni und Sandra schnell davongeeilt waren, um Fotos zu machen und Benni mit der GoPro Runden um den Tempel lief wie ich einst beim Coopertest um den Sportplatz, irrte ich allein mit meiner Kamera und klein Josi durch die Nebengänge des Tempels, um Touristen- und Minarettfreie (auch hier gab es große Metalltürme mit Lautsprechern drauf, die ein wenig das Panorama verschandelten) Fotos zu schießen.
Dabei wurde ich auch wieder gefragt, ob die einheimischen Touristen ein Foto mit mir machen könnten. Ich verstand das jedes Mal ein bisschen falsch, weil ich meist dachte, dass ich ein Foto von ihnen von irgendeinem Buddha machen sollte und griff immer motiviert nach dem Handy oder der Kamera. Aber jedes Mal war das ein Irrtum und ich sollte mit aufs Bild. Was machen die damit? Klebe ich jetzt in zig Familienalben mit der Bildunterschrift „Familienfoto am Borobudur-Tempel mit deutscher Touristin“? Egal, die anderen suchen. Als ich den Rest unserer kleinen Gruppe gefunden hatte, begannen wir mit vielen lustigen Gruppenfotos, u.a. Panorama-Fotos, auf denen man mehrmals drauf ist. Das bedeutete man stellte sich in irgendeine Pose und wenn der fotografierende „Jetzt“ rief, musste man schnell um denjenigen herumlaufen und daneben etwas neues lustiges machen.


Als wir genug Fotos hatten und recht durchgeschwitzt waren, nahm unser Gang in Richtung Ausgang unser Ziel vorbei an einem großen Holzschiff, mit dem wohl eine Gruppe von Leute von Madagaskar bis hierher geschippert waren und wo Giovanni auf andere Italiener stieß und wir uns weigerten eine Flasche Fanta zu kaufen, auf der 4.000 Rp stand, aber 8.000 verlangt wurden, wo war der Ausgang jetzt nochmal? Achso da vorn steht ein Schild, da kann er ja nicht weit sein. Aber hahaaaa, wenn man glaubte man käme hier so einfach raus wie rein, hatte man sich aber ordentlich geschnitten. Durch ein Labyrinth von Verkäufern und Verkaufsständen vorbei, musste man wie Alice im Wunderland einst, sich erst seinen wohlverdienten weg zum Ausgang bahnen. Dabei erstanden wir durch Verhandeln eine verhältnismäßig günstige Wasserflasche, die unter dem Borobudur-Tempel-Preis lag und schafften es durch die „Good Price“- Zone bis... sich Benni einem Stand mit kleinen Figuren näherte, was zur Folge hatte, dass sich gleich mehrere Verkäufer auf ihn stürzten. Da wir ihn aber nicht zurücklassen wollten, hielten wir an und beratschlagten inzwischen (jedenfalls Giovanni und Sandra), wieviel sie auspacken müssten, um noch Souvenirs mitbringen zu können. Als wir dann endlich aus dem Tor rauswaren, winkten wir dem Tempel nochmal und freuten uns, es lebendig und ohne Tempel-Shirts, Tempel-Figuren oder Unterhosen mit Tempel-Aufdruck aus dem Irrgarten geschafft zu haben. Neben uns überquerte eine Schulklasse die Straße, die wohl einen Ausflug zum Tempel startete (na der Lehrer möchte ich jetzt nicht sein!), wir jedoch holten uns unsere Roller und düsten, nachdem wir vergeblich versucht hatten Geld abzuheben, weiter, Richtung zweiter Prambanan-Tempel.
Zwischendurch hielten wir, erneut um zu tanken und auch, um kurz in einen Supermarkt zu hüpfen, um uns ein wenig abzukühlen und um irgendwas Essbares zu ergattern.


 Dieses (wir hatten Cracker, eine Dose Thunfisch und Melone, unser Italienisch-Spanisches Pärchen tütenweise Nüsschen und Melone) verzehrten wir an einem Tisch einer Hähnchen-Fastfoodkette, deren liebenswürdiger Angestellter uns noch mit einer riesigen Packung Servietten und Einweglöffeln bedachte.
Wieder zogen an uns große Kokosnusshaufen, Hühner, die gestapelt auf Motorrädern leidlich vor sich hingackerten und Stände mit allerlei Krimskrams vorbei und als wir kurz vor dem Tempel waren, wurde es in der Stadt verdammt unübersichtlich. So unübersichtlich, dass wir doch tatsächlich die anderen beiden auf ihrem Roller aus den Augen verloren und nun unsicher war, ob die beiden falsch abgebogen, vor uns oder hinter uns waren. Zunächst warteten wir ein bisschen, aber in der Masse der Mofa-Fahrer hatte man einfach keine Chance irgendjemanden zu entdecken. Gut, dann zum Tempel und dort warten. Auch warteten die Park- Geier schon mit einem Lächeln, dass der geneigte Tourist es wagte zu parken. Wir wagten es und ein paar Minuten später trudelten auch die anderen beiden ein. Vor Erleichterung drückte mich Sandra erstmal und wir freuten uns, dass keiner von uns wieder in Jakarta gelandet war. Schnell den Roller abstellen und den Mini-Tempel-Verkäufern bis zum Eingang folgen. Hier gab es die kuriose Situation, dass es zwei Eingänge gab: einen für die Einheimischen und einen, auf dem auf der Glastür eingeprägt war „Foreigner Entrance“.
Ja ist denn das zu fassen? Ich meine, wir wussten ja, dass wir preistechnisch beschissen werden, aber, dass sie das so offensichtlich machen, hallelujah. Leider hätte es auch nichts gebracht mich mit einem Kopftuch durch den anderen Eingang zu schleusen, da ich mit meinen Sommersprossen leider gar nicht wie eine Einheimische aussah und jetzt hatten wir ja eh schon die Kombi-Tickets. Die beiden anderen erstanden noch eines und wir warteten. Leider gabs beim Kombi-Ticket nur ein Begrüßungsgetränk und die kleine Flasche Wasser hatten wir schon beim anderen Tempel abgearbeitet. Bennis Schultern glühten mittlerweile und ich schlug ihm vor sich einfach auf den glänzend gebonerten Fußboden zu legen. Das hätte doch Eindruck gemacht beim Personal. Diesmal konnten die Jungs rockfrei gehen, denn der Prambanan-Tempel war nicht buddhistisch, sondern hinduistisch.
Der Prambanan-Tempel oder auch Candi Prambanan ist die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens und einer der größten hinduistischen Tempel in Südostasien. Sie befindet sich etwa 18 km östlich von Yogyakarta auf der Insel Java. Um das Jahr 850 errichtet, wurde der Tempel jedoch schon bald nach seiner Fertigstellung verlassen und begann zu verfallen.
Sie wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Charakteristisch ist die hohe und spitze Bauform, die typisch für hinduistische Tempel ist, sowie die strenge Anordnung zahlreicher Einzeltempel um das 47 m hohe Hauptgebäude in der Mitte.
Die Anlage setzt sich aus acht Hauptschreinen
oder -tempeln zusammen, sowie mehr als 250 Einzeltempeln, die die Hauptschreine umgeben. Die drei größten Schreine, Trisakti („drei heilige Orte“) genannt, sind den drei Göttern Shiva dem Zerstörer, Vishnu dem Bewahrer, und Brahma dem Schöpfer geweiht. Das entspricht der Grundstruktur der Trimurti – der Hindu-Göttertrinität –, die sich in vielen hinduistischen Tempelanlagen, auch in Indonesien (zum Beispiel in Besakih in Bali), wiederfindet.
Langsam sank auch die Sonne immer tiefer, aber diesmal mussten wir gar nicht so weit laufen, um an den umgedrehten Maiskolben (wie Benni sie gerne nannte) anzukommen. In der Nähe beendete gerade eine riesige Einheimischengruppe in gelben T-Shirts eine Tanzaktion und begann zu uns herüberzuströmen. Nun aber schnell, damit wir wenigstens einigermaßen menschenfreie Bilder schießen konnten. Jedoch waren wir nicht schnell genug, denn die miniongelbe Masse holte uns ein und wollte auch diesmal nur eins von uns: gemeinsame Fotos. Sie waren auch immer nett und lächelten, jedoch konnten wir langsam erahnen wie Justin Bieber sich wohl in einer weiblichen Teenie-Masse fühlen musste. Nebenher versuchten wir von uns Fotos zu machen und warteten auf den Sonnenuntergang, damit man so richtig schicke Bilder schießen konnte. Allerdings schienen uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Jedoch kurz vor Schluss riss die Wolkendecke auf und wir konnten tatsächlich noch ein paar kitschige Bilder machen.
Giovanni und Sandra, die erst nicht wussten, was für lustige Bilder sie machen sollten (da sie unsere Lauf-Kuss-Videos und Bennis Springfotos cool fanden), legten auf Bennis Vorschlag hin beeindruckende Tanzfiguren aufs Tempel-Parkett, da die beiden Tänzer am Münchner Staatstheater waren. Mit einer Leichtigkeit drehten sie da Pirouetten und Snadra schwang sich „Dirty Dancing“- mäßig in eine Schwebefigur und wurde dabei von nur einer Hand gehalten, da blieb einem echt die Luft weg. Während die Sonne nun wie bei den Teletubbies grinsend hinter dem Horizont verschwand, machten wir kitschige Bilder, beobachteten Fledermäuse, die zwischen den Türmen Insekten jagten und wurden langsam vom Personal herauskomplimentiert. Wieder am Roller angekommen, gaben wir dem Mann mit den Dollarzeichen in den Augen noch das entsprechende Kleingeld und brausten dann (diesmal mit dem Versprechen sich nicht zu verlieren) in den abendlichen Stadtverkehr. Schon im Hellen war der nicht einfach, in der Dunkelheit jedoch unausstehlich. Wir beobachteten auch unseren ersten Unfall, bei dem ein junger Einheimischer von einem anderen mit dem Mofa umgestoßen wurde. Der lag nun wie meine ungeliebte Kakerlake in Jakarta auf dem Boden und streckte alle Viere von sich, rappelte sich aber bald wieder auf, guckte verwirrt, stieg wieder auf und weiter gings. Also das wäre in Deutschland so nicht möglich gewesen. So ohne Polizei, vor Wut Schaum spuckend und sich beschimpfen, einfach so mit Beule im Gemüt und im Blech weiterfahren.Meine Güte. Als wir endlich wieder am Mangotree Homestay angekommen waren, mussten wir erst einmal duschen, da durch den teilweise nicht fachmännisch verbauten Teer, sahen wir alle aus wie Schornsteinfeger im Gesicht. Außerdem schwitzten und klebten wir wie ein zerlaufener Harzer Käse. Danach wollten wir noch unsere Weiterfahrt buchen und fuhren dazu mit dem Roller in die Stadt. Begleitet wurden wir von einem der Homestay – Mitarbeiter, der, auch wenn wir ihm bestätigten, dass wir ab jetzt alleine klarkommen würden, irgendwie die ganze Zeit dabei blieb. Der Angestellte des Tourencenters sprach recht gut Englisch, Niederländisch (da seine Schwester wohl einen Niederländer geehelicht hatte) und ein paar Worte Deutsch. Für meinen Geschmack war er etwas zu freundlich und die Tour etwas zu hindernisfrei erklärt, aber wir würden ja sehen. Für den Anfang hatte Benni Recht und wir mussten uns um die Planung der nächsten Tag erst einmal keine Platte mehr machen. Zur Feier des Tages aßen wir heute mal in einem anderen Restaurant, da wir keinen Straßenstand fanden, der uns zusagte. Die Aufgabenverteilung in dem Restaurant war eindeutig: Einer bewachte die Mofas, ein anderer bewachte den, der die Mofas bewachte und ein Dritter stand daneben und passte auf, dass beide ihren Job machten. Daneben gab es noch zwei an der Kasse, drei beim vorderen Grill und wieviel sich in der Küche versteckten wird für immer ein Rätsel bleiben. Die junge Dame, die gut Englisch sprach nahm die Bestellung auf: viel gegrilltes Gemüse, ein bisschen Steak indonesischer Art und natürlich Reis. Dazu gabs Säfte, Melone und laut Fotos irgendwas grünlich gelbes... hmmmm ich vermute Honigmelone und Wassermelone.
 Egal, es war auf jeden Fall sehr lecker und da ich ein interessantes Getränk mit Früchten drin erspäht hatte, wollte ich gern mal gucken, was das war. Ich bestellte das bei der netten Kellnerin, jedoch kam etwas anderes als erwartet. Wieder eine große Glasschale, allerdings war der Inhalt diesmal weitaus kurioser: Er bestand aus vielen kleinen Jelly-Würfeln, die mit einer weißen undefinierbaren, in Würfel gehackte Frucht kombiniert waren, darüber war eine Art Zuckerlösung gekippt worden.
Heiliger Himmel, was ist das denn?Es schmeckte leider auch genauso wie es aussah. Gut, ich hatte es versucht, lieber schnell zahlen. Der Herr, der so artig auf unser Mofa aufgepasst hatte bekam auch noch ein bisschen Geld, weil das Mofa noch da war. Auf der Rücktour mussten wir feststellen, dass unser Lieblingsrestaurant gar nicht offen hatte, hmm... höchst merkwürdig. Egal, zurück am Homestay gaben wir das Mofa ab und beredeten mit unserem lustigen Mitfahrerpärchen wir ihr Abend verlaufen war und ließen noch einmal den Tag revue passieren. Dazu kamen dann noch einige Deutsche und gaben ihre Geschichten zum besten. Benni und ich gingen packen und verabschiedeten uns später im Flur von sandra und Giovanni, was wieder in großem Gelächter endete, sodass sich die spießigen Deutschen aus dem Dorm beschwerten, sie würden doch jetzt gern schlafen. Na dann, macht mal! Wir beschlossen noch ein zweites Treffen auf Bali zu versuchen und verteilten beidseitige Einladungen, um danach ins Bett zu gehen. War ein schöner, aufregender Tag! :) P.S.: Wir sind mal wieder Millionäre!

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